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P u b l i k a t i o n e n
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Staub in allen Briefen
Deutsche Soldaten in Belet Huen:
Aus dem Tagebuch des Schriftstellers Bodo Kirchhoff
DER SPIEGEL 30/1993, S. 160 - 165
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Freitag, 18. Juni. Alte fensterlose DC-8, Pferdecharter, auf dem Flug nach Dschibuti (der Sultan von Brunei schickt darin gewöhnlich seine Rennpferde um die Welt, damit sie die Flugangst verlieren). Mit an Bord: ein Dutzend Journalisten; 2000 Dosen Pepsi, 1000 Dosen St. Pauli Girl sowie ein Außenseiter (Und für wen schreiben Sie?).
Samstag, 19. Juni. Schotterpiste bei Belet Huen, Somalia, 13 Uhr. Ich bin angekommen. Trockene Hitze, 46 Grad, Wolken von Staub; hinter einem Spiralenzaun, mit Klingen gespickt, Kinder wie aus Asche. Über einer Art Klohäuschen, dem Tower, die Uno-Flagge, etwas verborgen, zwischen Gestrüpp, unser Schwarz-Rot-Gold im heißen Wind. Erster Eindruck: Absurdität.
Später Fahrt im bewaffneten Konvoi durch Belet Huen (rund 70 000 Menschen, zahllose Flüchtlinge). Auffallend: Die Leute winken den Soldaten zu, während sie den Journalisten Mafia nachrufen. Vier Kilometer hinter der Stadt schließlich das deutsche Camp: Begrüßung durch den Kommandanten Stabsquartier, nur in Shorts, aber mit Waffe. Seine ersten Worte gelten der Hygiene, wo welche Ausscheidung hin soll und was damit geschieht (seltener Fall eines Mannsbilds mit Selbstironie). Danach Gang zu den Unterkünften; Schmerzen in der Leiste beim Gepäcktragen. Im Zelt erste Gerüchte von einem schrecklichen Tier, der Kamelspinne - handtellergroß sei sie und springe einen u. U. an. Panik.
15 Uhr. Rüste mich fürs Nachmittagsprogramm (Stiefel, Feldflasche, Wüstenhut). Sorge: nicht lächerlich zu wirken; aber auch bei den anderen eher groteske als nützliche Kleidung. FAZ mit Sombrero. Wieder Fahrt durch Belet Huen, Besichtigung der Schule, das heißt: eines Bundeswehr-Generators in Funktion. Bleibe lieber auf dem Lkw, bei meinen Bewachern, jungen Fallschirmjägern aus dem Saarland. Um unser Fahrzeug bald Hunderte von Kindern. Sie bitten um Kugelschreiber, nachdem die Bundeswehr Bleistifte verteilt hat. Die Soldaten winken herunter. Ihre erste größere Reise, erfahre ich, bisherige Welt: Gran Canaria, Schalke, Mallorca, Gottschalk: einer war mal in Paris. Und nun so was! Die Soldaten winken noch immer und bringen jetzt den Kindern Alle meine Entchen bei. Die Kinder lernen rasch. Vielleicht, mögen sie denken, ist das der Umweg zu den Kugelschreibern.
18 Uhr. Kantinenzelt. Wurstsalat, Erbsen, Karotten, alles aus Büchsen, als Nachtisch Birnenkompott, dazu das Pepsi aus dem Pferdecharter (Gedanke: Dieser humanitäre Einsatz wird unterstützt von Pepsi-Cola). Auch beim Essen wieder die unvermeidliche Frage, diesmal von einem Major: Und für wen schreiben Sie? Haben Sie schon eine Arbeitshypothese?
Ab 20 Uhr. Bei Gertrud, Bierzelt des Camps: Die Korrespondenten tauschen Kriegserinnerungen aus, die Soldaten reden über ihre Auftritte vor der Kamera. 22 Uhr, im Zelt. Auf dem Boden die erste Kamelspinne, auch noch gelb (habe inzwischen gehört: ganze Fleischstückchen bissen sie aus ihren Opfern). Wende mich an die Berliner Zeitung - die greift mit einem Stiefel an, die Spinne entkommt; versuche mit dpa (schon am Laptop, unter einer roten Birne) über die Gefahr zu reden, aber dpa ist nur ansprechbar für AP, beide belauern einander; wer wird die erste Meldung absetzen und welche? Später: Nehme meine Schuhe mit ins Feldbett (wegen der Spinne), stopfe mir die Ohren zu (wegen eines nahen Generators), setze eine Augenklappe auf (wegen des Lichts). Danach Warten auf den Biß.
Nachts. Wache auf von Leistenschmerzen, muß auch mal, finde die Taschenlampe nicht, taste mich ins Freie. Über mir die Milchstraße; vor mir, oberhalb der Latrine, das Kreuz des Südens; dazu ein warmer Wind. Denke: Besser von außen als von innen überwältigt werden (Arbeitshypothese?).
Sonntag, 20. Juni, Belet Huen, 5.30 Uhr. Bei dpa und AP Unruhe. Ein nächtlicher Schuß stiftet Verwirrung. Aus dem Nebenzelt deutsches Frühstücksradio, Aufzeichnung einer Grußsendung. Mutti drückt ihren Patrick in Somalia, dann Patricks Lieblingslied. Ich wär' so gerne Millionär. 7.30 Uhr Appell - der Kommandant Stabsquartier, Oberstleutnant Haupt, vor der versammelten Truppe über den nächtlichen Schuß: ein Versehen bei den Nigerianern. Ziehe mich zurück, Spruch auf der Toilettentür: Ich war hier, und mir wurde übel, mit korrektem Komma vor dem Und. Kleine Widrigkeit am Rande: Der Wüstenwind weht das Papier von unten wieder herauf.
Ab 9 Uhr rumpelnde Fahrt im bewaffneten Konvoi nach Mataban, künftiger Standort des indischen Kampfverbands, den die Deutschen versorgen sollen: 100 km in zweieinhalb Stunden, teils durch Gelände, wie man es aus Western kennt, wenn auf dem Kamm plötzlich die Indianer auftauchen. Platzen dann in Mataban, weil verspätet, in ein Palaver zwischen dem designierten Führes des deutschen Hauptkontingents und lokalen Größen. Der berüchtigte Colonel John - pathetische Liebe für Gold (Ringe, Uhren etc.), Helfershelfer des berüchtigten Generals Aidid - spricht, kaum sind wir da, zu den Kameras und Hunderten von Schaulustigen auf dem Platz.
Er spricht, wie manche einen nicht vorhandenen Stein aufheben, um einen Hund zu verjagen; seine Rede dauert acht Minuten, die Übersetzung eine Minute. Die Deutschen seien hier als Spender (Verteiler von Bleistiften?) willkommen, als logistischer Verband, der den Indern ihren Auftrag (Entwaffnung der Somalier) ermöglicht, seien sie es nicht. Antwort auf englisch; Oberst Harff redet von medizinischer Versorgung und dem Aufstellen von Generatoren, als kämen aus deutschen Gewehren Pillen und Elektrizität, symbolisch sogar zutreffend für Colonel John, aus dessen Gewehren nach wie vor Kugeln kommen, jedoch unbegreiflich; das Palaver wird vertagt.
14 Uhr. Wieder im Lager. Staune über Dauerläufer, die bei 50 Grad in der Sonne am Zaun entlang ihre Runden drehen, hinter ihnen Staubwolken; der Staub: überall; bis in innerste Bezirke des Gepäcks dringt er ein. Entschließe mich zum Wäschewaschen, höre: im Marketenderzelt könne man Rei in der Tube kaufen. Dort dann kleine Überraschung: der einzige etwas dekadente Winkel des Lagers; im Angebot Lakritze und hilfreiche Zeitschriften. Mit Rei in der Tube zum Waschplatz; die Bottiche mit der Lauge müssen in eine besondere Grube geleert werden; Schmerzen in der Leiste. Anschließend Briefeschreiben, erste Feldpost meines Lebens. Füge allen Briefen etwas Staub bei, als reiche die Sprache nicht.
18 Uhr. Schlucke Resochin, wie üblich bei derartigen Reisen, sowie zwei Paludrin auf Empfehlung der Truppenärzte; nehme mir vor: hier nur das Drama der Details verfolgen.
Montag, 21. Juni. Vor Sonnenaufgang. Aus dem Nebenzelt. Ich wär' so gerne Millionär. Beim Aufstehen Schmerzen im rechten Unterbauch. 9 Uhr, Fahrt nach Belet Huen. Besichtigung des Krankenhauses, einer Stätte deutschen Wirkens. Erste Sätze zu der Stadt: Sie quillt über von Menschen, von Farben. Männer schreiten, hager und großgewachsen, mit einem Stecken in der hand (gleichsam dreibeinig) umher; Frauen, alle in Tücher gehüllt, blutrote, tiefgelbe, schwarzviolette, arbeiten: verkaufen Kamelmilch, schleppen Brennholz, tragen Wasser.
Im Zentrum dann eine Brücke, bewacht von Nigerianern, die Brücke über den Schebele, ein brauner Fluß, der die ganze Stadt krank macht, der Fluß, aus dem die Deutschen Wasser holen, das Wasser, das man später trinken kann.
Schließlich Gang durchs Krankenhaus. Minenopfer, Tbc, viel Malaria, einige Frischoperierte; Amputationen, Abszesse, Leistenbrüche. Wahrscheinlich bleibende Erinnerung: ein Mädchen, durch eine Explosion blind geworden, Splitterwunden am ganzen Körper. Die Mutter fächelt ihr Luft zu, der somalische Arzt, beraten von zwei Bundeswehrärzten, wechselt die Verbände; das Mädchen, das nichts sieht, nichts begreift, nur leidet (denke ich), wimmert leise, die Kameras laufen. Leiden als Seinsform, wie bei uns Zufriedenheit.
Setze mich ab, will allein in den Ort (den deutschen Soldaten verboten); im Hof des Krankenhauses: eine frisch Verstorbene, niemand klagt, niemand weint. Nur geschützt durch eine Creme, Faktor 20, streife ich beglückt durch die Straßen, beglückt, weil nichts von dem, was ich sehe, für meine Augen bestimmt ist, zum Beispiel ein Markt unter Tüchern: Käufer und Verkäufer beweisen dort, scheint es, einander völlige Gleichgültigkeit; aber auch die unbemühte, lapidare Schönheit der Frauen: nicht für meine Augen bestimmt.
12 Uhr. Wieder im Camp. Gehe in den Sanitätsbereich, wegen der Schmerzen. Der Arzt befühlt die Stelle, sagt: Schöner Leistenbruch, rät zur Operation - nichts mehr heben, nicht rennen! Auf dem Rückweg zum Zelt: Wieder die Läufer in der Glut, die für längeres Leben trainieren. Bin enttäuscht von mir.
Ab 20 Uhr. Kleine Party für die Journalisten. Oberleutnant Kempe (eigentlich Zivilist, Sprecher des Verteidigungsministers) in einem Somalia-T-Shirt. Thank you for not looting. Danke fürs Nichtplündern, er spendiert Gin, Malariaprophylaxe, macht seine Arbeit gut. Gespräch über das Lager, die Männergesellschaft. Gehe einem Gerücht nach: Ist da wirklich von Wachturm 2 aus mit dem Nachtsichtgerät ein Liebesleben der Nigerianer zu sehen? Dazu der Kommandant Stabsquartier: Ja; nur haben die da oben das Pech, daß man diese Geräte mit beiden Händen halten muß. Danach freie Bahn für Oberstwitze, weitere Malariaprophylaxe. Schließlich erschöpftes Ausschauhalten nach Sternschnuppen.
23 Uhr. Liege wach; Disput zwischen Zeit und FAZ: ob es jetzt wohl, demnächst, hier tote deutsche Soldaten geben werde oder nicht.
Erste Überlegung dazu: Jahr für Jahr kommen ganze Kompanien zu Tode, bei Rasereien zwischen Wohnort und Kaserne - Tod durch Kugel gleich unzivilisierter Tod, Tod durch Auto gleich zivilisierter Tod.
Zweite Überlegung: Natürlich wird es Tote geben; eher wenige als viele, womöglich auch nur einen, doch der wird mausetot sein. Irgendein Heckenschütze, Messerstecher, Bombenleger wird früher oder später einen deutschen Soldaten durchlöchern, zerschneiden, zerfetzen, wird seine Beute machen, ehe er selber stirbt, namenlos, während unser Toter in die Geschichte eingeht, wie Armstrong, der den Mond entjungferte; das Reißen unseres Nachkriegshymens wird uns nicht erspart bleiben, wir werden in den Alltag dieser Welt eintreten, hier, in Somalia, demnächst. Es sei denn, wir verzögen uns über Nacht, nur wohin?
Dienstag, 22. Juni, vormittags. Tiefflug im Helikopter über die Umgebung; nur Lieben ist schöner (der Pilot hinterher über sein ergrautes Modell: Das ist natürlich keine Cobra, wie sie in Mogadischu herumfliegen, nicht der Porsche unter den Hubschraubern). 14 Uhr. Will nach Deutschland telefonieren, aber die Leitung ist blockiert. Zwischen zwei Zigarre paffenden, offenbar unangreifbaren High-Tech-Gefreiten, die FAZ, ihren Bericht durchgebend. Subjekt, Prädikat, Objekt, Punkt. Später: Beobachte Ziegen, die durch die Zaunlücken schlüpfen, ohne sich an den Klingen zu schneiden; zwei Buben folgen ihnen auf demselben Weg, bis sie mich sehen, flüchten. Verlasse das Camp, suche die Buben, finde sie vor einer Reisighütte, lerne eine Somalierin kennen - Dawarkir, 38, aus Mogadischu geflohen, elf Kinder, davon vier tot; Lehrerin, die nicht bezahlt wird, die Arbeit im Camp sucht. Frage nach den toten Kindern, erfahre: Drei seien gestorben, eins sei überfahren worden. Entschädigung: zwei Ziegen. Verspreche wiederzukommen, verspreche, mich im Lager umzuhören nach Arbeit; verspreche zuviel ...
Mittwoch, 23. Juni, abends, vor dem Zelt. Gespräch mit einem AP-Fotografen, Karsten, 28, über Kriegsberichterstattung - Spirale einer Sucht: Erst knipst man in Wackersdorf, dann in Mölln oder Solingen, dann in Bosnien, dann in Mogadischu (zärtlich Moga genannt). Karsten erzählt, daß er morgen nach Moga zurückkehrt, zu seinem Kollegen Hansi, ins Al Sahafi Hotel, neben dem Unosom-Hauptquartier der einzige etwas sichere Ort in der Stadt; er bietet mir ein Bett in seinem Zimmer an.
Donnerstag, 24. Juni, Schotterpiste Belet Huen, 12 Uhr. Steige mit Karten in eine Transall, die einige Offiziere nach Mogadischu fliegt, die ersten deutschen Offiziere, die in einem Uno-Stab vertreten sein werden: aufgeregt wie Kinder, die ins Ferienlager fahren. (Ich dagegen nervös, in dem Bewußtsein, nicht rennen zu können.)
14 Uhr, Airport Mogadischu oder was davon übrig ist. Zerschossene Hangars, skelettierte Maschinen, leere Container, dazwischen startende F-15 oder so was; kein Zoll, keine Reisenden, keine vorgeschriebenen Wege, freies Schußfeld; einzige Orientierung: hinter einer Lücke im Zaun, neben Fahrzeugen, Somalier mit Sonnenbrillen, Kat kauend (als kippten bei uns Taxifahrer Schnäpse). Entfernung zum Hotel: 5 km, Angebot der Fahrer: 50 Dollar. Versuche zu handeln, ernte Gelächter. Alternative: zurück hinter den Zaun oder die Regeln der Anarchie akzeptieren, für die Dauer einer Viertelstunde eine Art Vertrag schließen: 50 Dollar gegen hoffentlich sicheres Geleit zum Hotel. Ich will etwas sehen, bezahle.
14.30 Uhr. Erste Fahrt durch die frühere Stadt, Sprachlosigkeit, Worte nur für Ordnungspartikel innerhalb des Chaos: ein Hilfspolizist, der einen Verkehr regelt, den es nicht gibt; sorgfältig mit Sandsäcken gefüllte einstige Fenster. Dann das Hotel Al Sahafi, ideal gelegen fürs Fernsehen, weil nahe beim Kilometerstein 4, wo die Kriegsparteien, wie Karsten erzählt, kameragerecht Massaker arrangieren.
Das Hotel, dreigeschossig, weiß, mit flachem Dach: eine von hohen Mauern umgebene Festung, Wachen mit Kalaschnikows. An der Rezeption keinerlei Interesse für mich. Wer hier hereinkommt, gehört dazu; an jeder Tür Aufkleber: CNN, ABC, CBS, ARD, n-tv, WTN, ZDF, RTL, RAI, dpa, AP us.w., die Feldzeichen der Epoche. Karten - groß, Stirnglatze, Pferdeschwänzchen - zeigt mir die AP-Zimmer, Büro und Schlafraum, Labor und Übermittlung; ich lerne Hansi kennen, er steht vor einem Computer samt Telefon. Hansi - nicht groß, aber kräftig, auf der Nase ein Pflaster, könnte auch Soldat sein, Pilot; er bietet mir Kaffee an, fragt, ob ich was zu lesen für ihn habe.
Später Nachmittag und Abend. Finde den Weg aufs Dach, angezogen durch Lärm - Hubschrauber im Tiefflug, den Schilderungen nach: die Porsches. Drei Porsches also über dem Hotel; erst als sie abdrehen, sehe ich mich um, zähle 22 Satellitenschüsseln auf dem Dach, große und kleine, fixiert mit Tauen und Steinen, alle mit eigener Stromversorgung. Zwischen den Schüsseln, auf Matratzen, als Kopfkeil einen Sandsack, Kameraleute, dösend, neben sich Comics, Bier, Funkgerät, Recorder, Kekse, Erdnußbutter; am Rande des Dachs, Blick auf die Straße, sozusagen der wachhabende Kameramann (jung, von der Sorte Jim Courier, T-Shirt-Aufdruck: Newsforce), die Kamera schußbereit auf dem Stativ (der Lafette).
Nach dem Entschwinden der Porsches beunruhigende Stille, bloß das Brummen der Dieselmotoren auf dem Dach und ein Murmeln von der anderen Seite der Straße - dort Hunderte von Somaliern vor zerschossenen Mauern. Sie kauen ihr Kat und sehen zu dem Kameraposten. Setze mich zu ihm, fange ein Gespräch an, erfahre: Vorige Woche sei hier nachts ein Angriff der Amerikaner gelaufen, like a fuckin' movie. Das Hotel liege schon im Gebiet von Aidid, jederzeit könne etwas passieren. Er bietet mir von seinen Nüssen an, wir schauen der Dämmerung zu; als ein Panzerkonvoi vorbeifährt, das ganze Gebäude erbeben läßt, filmt Jim ein bißchen; seine Kollegen erwachen von dem Getöse. Einer löst den Posten ab, die anderen gehen essen. Hoch über dem Dach jetzt ein protziger Mond, gegenüber vom Hotel werden kleine Feuer entzündet; und in einem Freilichtkino, projiziert gegen eine stehengebliebene Hauswand mit Hilfe eines gestohlenen deutschen Generators (erzählt der neue Posten), läuft ein Film mit John Wayne.
20 Uhr. Abendessen in einem fensterlosen Raum, kalter Fisch mit Mayonnaise, Obstsaft, Brot, ein greiser Kellner mit Fliege; die Journalisten nach Nationalitäten getrennt. Am Nebentisch eine Frau, di erste nicht einheimische Frau seit einer Woche, indianisch braungebrannt, in einer Art Karatekleidung, schwarz, neben sich, greifbereit, eine Splitterweste, blau, an den Armen unzählige silberne Reifen, um das dunkle Haar ein leuchtendes Stirnband: CNN. Sie redet mit keinem, ißt Feldverpflegung aus US-Beständen, rührt nur das Brot an, scheint niemanden zu sehen, jedenfalls mich nicht
Neben mir Karsten und Hansi (man darf sich durch das i nicht täuschen lassen; traue Hansi zu, daß er boxen kann, klettern, überleben). Während des Essens dann zwei Explosionen, nicht weit entfernt. Die CNN-Indianerin stürmt als erste aufs Dach, die anderen folgen. Der Posten filmt bereits, obwohl es nichts zu sehen gibt; die übrigen beziehen Wartepositionen (gegenüber immer noch John Wayne). Stelle mich etwas abseits, von Mücken umschwirrt; die leisen Gespräche der Fotografen, Kameraleute, Reporter; wie die von Patienten auf Krankenhausfluren, ähnlich ergeben.
Freitag, 25. Juni. Mogadischu, 7 Uhr. Schließe mich den Newsforce-Jungs an, die zu einer Lebensmittelverteilung unter dem Schutz der Italiener aufbrechen. Fahrt über die sogenannte Greenline, wo sich die Bürgerkriegsparteien zuletzt gegenüberstanden. Im früheren Hotel- und Büroviertel fast menschenleere Straßen - Gefühl, in einer getilgten Gegend zu sein, offenbar mit größter Energie (ohne schwere Waffen) irreparabel unbrauchbar gemacht. Ausgeschlachtete Ruinen, ausgeschlachtete Panzer, ausgeschlachteter Müll, dazwischen zerlumpte, verirrte Verrückte, um irgend etwas bittend, als bleibe ganz am Ende nur noch diese Geste; und ab und zu ein fahrendes Wrack, vier Räder, Lenkrad, Motor, Gestell, darauf sechs, sieben, acht Männer, sich umschauend: ob da vielleicht noch irgend etwas ganz sei, aber da ist nichts mehr ganz, außer den Kameras in dem Pickup, auf dem ich sitze; halsbrecherische Weiterfahrt durch diese Gegend (in der nicht mehr oder weniger Unrecht herrscht, sondern kein Recht), bis die Italiener auftauchen.
8 Uhr. Lebensmittelverteilung. Die Bedürftigen in zwei endlosen Schlangen, getrennt nach Geschlechtern; dazwischen die Italiener - schimpfend, flirtend, fotografierend, Waffe im Anschlag, Kind an der Hand -, mit Splitterwesten wie von Armani. Bemerkenswrt auch: der schöne Colonel vor seinem Jeep, der nicht etwa friedensweiß übermalt ist, wie die deutschen Fahrzeuge, sondern den Kampfanstrich behalten hat. Er reicht mir die Hand. Ah, scrittore, ruft er und schaut mich an, als sei ich auch weiß übermalt. Ziehe mich zurück, sehe den TV-Jungs zu: wie sie, die Kamera am herabhängenden Arm haltend, die Reihe der hockenden Frauen mit ihren prächtigen Tüchern abgehen, Gesicht um Gesicht filmen, Tuch um Tuch (United Colours of Mogadischu ...), was die Frauen, sich gewöhnlich schon abwendend, wenn ich nur mein Notizbuch hebe, mit sich geschehen lassen, als sei es der wahre Preis für den Beutel Getreide.
11 Uhr. Hotel Al Sahafi, Büro von AP. Karsten ist unterwegs, fotografiert, sein Kollege sitzt an der Übermittlungsmaschine (sie wechseln sich ab). Hansi, 30, Berliner, versucht ein Foto nach Frankfurt zu schicken, seit dem Morgen steht die Satellitenverbindung. Er hat viel Geduld; nebenbei liest er. Frage dann, ob ich im Unosom-Hauptquartier anrufen könne, wegen eines Fluges nach Belet Huen (nicht rennen zu können, macht mich jetzt immer nervöser). Nur über Satellit, sagt Hansi und wählt eine lange Nummer. Ein Amerikaner meldet sich, behauptet, ich sei falsch verbunden, man könne das Hauptquartier so nicht anrufen. Sie haben sich aber mit Headquarter gemeldet, erwidere ich, und der Amerikaner beharrt darauf, daß es diese Telefonverbindung eigentlich nicht gebe. Wollen sie mich verrückt machen, frage ich, und er verneint höflich - No, Sir; ich lege auf. Hansi lacht, er kennt das; aus einer amerikanischen Konserve bietet er mir Schokoladenpudding an. Wir gehen da einfach hin, sagt er, ich will sowieso zum PX, neuen Pudding kaufen.
17 Uhr. Fahrt mit Hansi und den Leibwächtern von AP zum Unosom-Hauptquartier. Hansi tippt an das Pflaster auf seiner Nase: Einer riß mir gestern die Sonnenbrille vom Gesicht. Stoppen dann vor einem schwerbewachten kleinen Eingang in der Umzäunung, als Passierschein genügt meine Haut. Fragen uns nach den Deutschen durch; auf dem Weg dorthin immer wieder eine andere Gattung Mensch, unansprechbar, auch in der Turnhose noch wie unter Waffen, die Marines. Die Baracke der Deutschen dann leicht zu erkennen: Neuschwanstein, so unvermeidlich wie in Diktaturen das Plakat des Präsidenten. Erfahre: In den nächsten Tagen kein deutscher Flug nach Belet Huen. Rat: Morgen die Italiener am Airport fragen.
22 Uhr. Hotel Al Sahafi. Auf dem Dach versammelt: AP, CNN, n-tv, ZDF, RAI. Schlucke Paludrin, schaue, wie die anderen, den Porsches nach, die, ohne Licht, Richtung Aidid-Gebiet fliegen, wünsche mir, fürchte ich, daß es kracht.
Samstag, 26. Juni. 9 Uhr. Fahrt mit Hansi und seinen Leibwächtern Osman und Jirdan (beide so zierlich wie undurchschaubar) durch die vernichtete Stadt. Osman spielt mit seiner alten russischen Waffe, entleert das Magazin, füllt es wieder, als sei die Reihenfolge der Patronen von Bedeutung. Hansi dirigiert den Fahrer. Wir durchqueren die Gegend, in der die Vernichtung (für alle, die so was mögen) ihren höchsten Grad an Ästhetik erreicht hat. Letzte Menschen irren durch letzte Reste. Hansi macht Fotos, entfernt sich vom Wagen, die Wächter begleiten ihn, You better stay in car, ruft Osman mir zu - close the doors, the windows. Aber ich will auch etwas sehen, ich gehe ein Stück, gehe über den Kadaver der Stadt.
Zwischen den Hausgerippen überall Müll, Müll, in dem eine junge Frau, in ein rotes Tuch gehüllt, fast akrobatisch langsam stochert. Ihr fehlt ein Bein. Ich gehe noch ein Stück weiter, lasse Hansi nicht aus den Augen - der sitzt auf dem Boden, wartet, daß Soldaten vorbeifahren. Doch es fahren keine Soldaten vorbei. Statt dessen hält ein Pritschenwagen mit sechs Männern; fünf haben eine Sonnenbrille, einer hat keine, das fällt mir auf. Ich verschwinde im Auto, schließe die Fenster; ich setze die Brille ab. 20, 30 Fliegen sind mit mir eingeschlossen - am Rückfenster eine Vorrichtung, wie sie gewöhnlich in Pißbecken hängen, auf dem kleinen Plastikkorb ein Aufkleber: die Mainzelmännchen. Die sechs kommen näher. Osman und Jirdan laufen zum Wagen, Hansi eilt hinterher, Osman zieht ihn auf den Rücksitz, Jirdan fährt schon an, ich zerdrücke fast meine Brille; die Männer jetzt für mich: ein schwarzer Klumpen vor dem weißen Stadtskelett. Jirdan durchbricht einen Zaun, Hansi sagt: Knapp war's. Und ich seh' nach hinten, zu den Mainzelmännchen, das hilft.
15 Uhr. Glück und Pech gehabt: Fliege mit einem italienischen Truppentransporter nach Belet Huen; niemand hindert den italienischen Piloten daran, die 300 Kilometer im Tiefstflug zurückzulegen. Viele kotzen, andere fliehen in den Schlaf; ich kritzele: Schlafende ruhen mit dem Kopf auf der Schulter des Nebenmannes, so sicher sind sich die Italiener ihrer Männlichkeit.
20 Uhr. Wieder im deutschen Camp, bei Gertrud, jetzt als einziger Zivilist. Gespräche über eine Ambulanz, die seit gestern am Lagerzaun stattfindet; dann Themawechsel. Der Kommandant Stabsquartier hat sich dazugesetzt. Er erzählt von den Erfahrungen eines Spähtrupps, der die Möglichkeit von Kurzurlaub in einem französischen Erholungscamp in Dschibuti erkunden sollte. Fehlanzeige. Reglement am Pool. Gefahr von Prügeleien. Mörderisches Klima, mörderische Aids-Rate. Also wieder Paludrin, sagt der Oberstleutnant, abends zwei Stück, und Frieder in der Hose. Ich sage wie? Und alle, die zugehört haben, lachen.
23 Uhr. Allein im Zelt (von den Spinnen abgesehen); leuchte mit der Taschenlampe auf das Paludrin-Etikett. Proguanilhydrochlorid.
Sonntag, 27. Juni. Schmerzen in der Leiste, will nach Hause.
Montag, 28. Juni. Vormittags Lektüre (Milos Crnjanski, Tagebuch über Carnojevic: einzigartig); später dann die Ambulanz. Erfahre auf dem Weg dorthin: beim ersten Mal seien es um die 50 gewesen, beim zweiten Mal über 100, heute seien es schon Hunderte, manche seit gestern auf den Beinen. Sehe die Menge von weiten, höre laute Rufe; schließlich folgendes Bild: Vor dem Spiralenzaun mit den Klingen eine weitere Umzäunung, die Fläche darin etwa ein Tennisfeld. Über dieses Feld verteilt in den Sand gerammte Stangen mit Sitzfläche, auf diesen Sitzspießen Frauen, Kinder, Männer, mit Nummernschildern um den Hals, sichtbar krank. Hinter der gesonderten Umzäunung, dichtgedrängt, die Hilfesuchenden, manche auf Brettergestellen, fast schon Särgen; die vordersten klammern sich an den Draht, Fäuste um die Klingen, und zeigen ihre Male.
Und an einem kleinen Durchlaß Soldaten mit erhobener Waffe, sich gegen die Hereindrängenden stemmend - rauhe, fast verzweifelte rufe: Weg! Zurück! Ab! Los, los!, während der Feldarzt am Zaun entlangläuft, nach den Elendsten Ausschau hält, ich an seiner Seite. Anders geht es nicht, sagt er. Hier sind Männer, die Leute gegen Geld nach vorne schleusen; wir müssen alle zurückdrängen, die Kranken selbst auswählen. Er zieht einer Frau die Lider nach unten, er gibt den Soldaten ein Zeichen. Die zur Heilung Ausgesonderten erhalten eine Nummer, warten dann auf den Sitzspießen, bis sie zur Untersuchung geführt werden; sie kehren mit Medikamenten zurück und Zetteln, die zur Nachbehandlung berechtigen.
Der Arzt konzentriert sich jetzt auf die Kinder, Kinder mit geplatzten Lymphdrüsen am Hals, Tuberkulose. Und immer, wenn der Zaun ein Stück geöffnet wird, das große Drängen - stemmen sich die Fallschirmjäger gegen Frauen, Greise, Schlepper; Verzweiflung gegen Verzweiflung. Und wieder wird ein Profiteur verjagt (was gut ist), und wieder wird ein Kind, mehr tot schon als lebendig, gewählt und durch die Pforte gelassen (was gut ist), und wieder bleibt ein anderes Kind, bleiben viele andere Kinder auf der Strecke (was schlecht ist), müssen die Nachdrängenden mit Gebrüll zur Vernunft gebracht werden (was schrecklich ist), während das Kind (das gar kein Kind mehr sei, sondern ein Mädchen, dem man die Scheide zugenäht habe) eine Nummer erhält und später einen Zettel mit Stempel, fälschungssicher. (Einfälle dazu, stichwortartig: Humanität und Selektion, guter Wille und Sachzwang, Angst und Perfektionismus; schon wieder eine mit den Deutschen verknüpfte Tragödie.)
Der Feldarzt erzählt, daß viele der hiesigen Männer die Soldaten auslachten, weil sie so blöd seien, diese Ambulanz umsonst zu machen, nicht auf die Idee kämen, mit den Schleppern zusammenzuarbeiten. Und verärgert seien sie, weil die Deutschen mit ihren Frauen redeten, überhaupt Frauen behandelten, deren Schmerz ernst nähmen, anstatt sie zur Arbeit zu schicken. Wozu Kindern helfen, es gebe genug davon; ihnen, den Männern sei zu helfen, am besten gleich mit Dollars. Das sind keine Vermutungen, sagt der Feldarzt, so ist das hier.
Er wählt wieder ein Mädchen aus, und ich gehe zu den jungen, überforderten Soldaten. Sie brüllen jetzt auf englisch, soweit sie das können, vermischt mit deutsch: aus der einfachen Angst, überrannt zu werden. Auf der anderen Seite beunruhigende Stille (wie in Mogadischu); statt Dank: Enttäuschung deren, die nicht eingelassen werden, dazu die Wut der verschlagenen Schlepper; bleibt nur das Lächeln eines Kindes, auf das mich die Fallschirmjäger aufmerksam machen, dieser Reflex, wenn sie ihm heimlich ein Gummibärchen zustecken. Wünsche mir deutsche Politiker an diese eigentliche Front, wünsche mir, wenigstens vorübergehend, Ratlosigkeit, wenn es im Bundestag um den Somalia-Einsatz geht: Herr Präsident, meine Damen und Herren, ich weiß nicht, was in dem Fall richtig ist ...
Mittwoch, 30. Juni. Vormittags Staubsturm, biblische Verdunklung, braune Wolken über dem struppigen Nomadenland, klatschende Zeltplanen im Camp, verwischte Sonne in einer blauen Bucht am Himmel; und: zwei Unteroffiziere, die wie besessen die Veranda des Oberst fegen.
15 Uhr. Gehe nicht zur Ambulanz; gehe, nach langem Zögern, zu der Hütte von Dawarkir. Sie kommt mir entgegen, als habe sie mich seit Tagen gesucht, sie bietet mir ein Sitzbrett an. Ich enttäusche sie sofort: Im deutschen Camp gebe es keine Arbeit für Frauen. Kinder und Alte setzen sich zu uns, im Nu aufgetaucht aus dem Nichts. Dawarkir deutet auf ein Kind, es sei krank. Ich deute zur Ambulanz, sie hebt eine Hand: nicht krank genug. Dann zeigt sie mir einen der Nachbehandlungsscheine - die würden auf dem Markt in Belet Huen verkauft. Und die verteilten Medikamente seien längst in Apotheken, wo sie Geld brächten. Dawarkir zieht ein Sträußchen Kat aus ihrem Umhang, sie zupft ein paar Blätter ab; kleine, fesselnde Gesten. Die Kinder fangen vor mir an zu tanzen, das ein in blauer FDJ-Bluse. Dawarkir holt ein Kissen, erregender Komfort in dieser Umgebung, sie bietet mir das Kissen an, ich stehe auf. Es sei Zeit für mich. Sie durchschaut meine Lüge. Of course, sagt sie. Letzter Blick: der einer grimmigen Gefangenen ...
21 Uhr. Bei Gertrud nichts los; der Puls des Camps, an diesem Abend flach. Schlucke die Friedenspillen (schätze ihre Wirkung), gehe zum Zelt; auf dem Weg dorthin ein Soldat, gedankenverloren; die Erkennungsmelodie vom Sandmännchen summend.
Donnerstag, 1. Juli. Erfahre, daß übermorgen Rückflugsmöglichkeit bestehe, via Dschibuti und Kreta.
Samstag, 3. Juli. Stundenlang in einer Transall über dem Roten Meer, zum Zeitvertreib: Interview, das nicht stattfindet, aber ausgestrahlt werden wird (in einem künftigen Roman); Auszüge. Frage: Worum geht es bei diesem humanitären Einsatz in Somalia in Wahrheit? Antwort: ob wir ein krankes Kind, das wir aus Dutzenden - und bald schon aus Hunderten, aus Tausenden, die wir gar nicht zu Gesicht bekommen - auswählen, am Leben erhalten sollen oder nicht am Leben erhalten sollen; ob wir hier punktuell Frieden erzwingen dürfen, befristete Gehege schaffen, oder ob dieses Auswählen nicht eine Art Lieber-Gott-Spielen ist und im Hinblick auf die nicht zur Gesundung, nicht zur Befriedung Erwählten eine Art passive Sterbehilfe. Frage: Geht es also um Selektion, geht es um Größenwahn? Antwort: Darum geht es auch. Die Gefahr heißt Humanität auf Biegen und Brechen, sie heißt Humanitismus, eine neue Art Kreuzzug, Herrenmenschlichkeit im großen Stil - wollen wir das, wollen wir das nicht, wie können wir es vermeiden? Frage: Und was wäre Ihr Rat? Antwort: Ich bin ratlos. Zusatzfrage: Und was könnte man als Ratloser tun? Antwort: Man könnte auf die Flüchtlinge setzen, weil ihre Wurzeln zerstört sind. Vielleicht liegt die Zukunft in den Reisighütten der Entwurzelten; vielleicht kann man nur denen helfen, die nicht mehr wissen, woher sie kommen, wer sie sind - deren Identität dann wäre: ein von Deutschen geretteter Mensch zu sein. Letzte Frage: Ist diese Aussicht nicht erschreckend? Anwort: Es ist immerhin eine Aussicht ... Später: Kreta, Tourismus.
Montag, 12. Juli. Mogadischu: Die Porsches fliegen wieder Angriffe gegen Aidid, es gibt Tote, AP fährt vor Ort, die Reihe ist an Hansi, zum letztenmal; Hansjörg Krauss wird aus dem Wagen seiner Bewacher (Osman und Jirdan) gezerrt und gesteinigt. Erfahre das, schon im Krankenhaus liegend, am Bruch operiert, aus der Zeitung.
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Digitale Präsentation der Leseprobe mit freundlicher Erlaubnis des Autors
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