Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
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»Die verdammte Marie« wurde am 21. September 1986 von den Vereinigten Bühnen Graz (steirischer herbst) uraufgeführt; Regie führte Romana Prochnicka.


DER DRAMATIKER
Norman Hacker

MARIE
Brigitte Antonius

DER ALTPRÄSIDENT
Walter Kohls

Inszenierung
Romana Prochnicka

Bühne
Frieder Klein

Kostüme
Michaela Mayer

Regieassistenz und Inspizienz
Gert Schneider

Souffleuse
Isabella Albrecht

Dramaturgie
Ekkehard Schönwiese

Bühneninspektor
Rudolf Tropper

Bühnenmeister
Franz Bauer/Adolf Pock

Beleuchtung
Werner Kral

Ton
Josef Schober/Walter Rudolf

Requisite
Julian Mayer/Günter Gruber

Masken und Frisuren
Kurt Malik/Sylvia Reichenpfader

Spieldauer: 1 Stunde und
30 Minuten

Keine Pause





TheaterBibliothek im
Verlag Droschl Graz
Erstausgabe 1986
ISBN 3-85420-099-4


























P u b l i k a t i o n e n

Spectaculum 48



Die verdammte Marie

Schauspiel/Hörspiel

in SPECTACULUM 48
Seiten 145 - 184
1. Auflage 1989
Suhrkamp Verlag
Frankfurt am Main 1989
ISBN 3-518-09804-7

Leseprobe

Personen: Der Dramatiker, ein Mann Anfang Dreißig • Marie, eine Frau in den mittleren Jahren • Der Altpräsident, ein Herr um Siebzig

1.

DRAMATIKER
Ele...ganter Fahrstuhl. Leider kein... Spiegel. Wie erfolg...los darf man aus...sehen, wenn man sich erfolg...reich Geld leihen möchte?
Fahrstuhl fährt... nicht an; Schweißaus...bruch unter den Armen, Haß auf den... Sommer. Allgemein trägt man jetzt Lei...nen. Wer kein Geld hat, muß Kunst...faser tragen und schwitzt; der Künstler und die Kunst...faser - ich und das Po...ly...ester.
Es geht nach oben, end...lich. Gefühl im Magen wie bei... Glück. Klammern: War es ein Glück... gewesen, diese Adresse aufge...schnappt zu haben auf dem Künstler...em...pfang? Ewige Hellhörigkeit in Sachen Geld. Einmal ein Stück schreiben, um das sie sich reißen und dann von... Kopf bis Fuß neu einge...kleidet; wäre nur Winter und nicht diese Zeit des Fla...nierens im Geschmack der fünfzi...ger Jahre. These: Im Sommer verfällt man der Manie..., schön sein zu müssen.
Aufzug hält, achtundzwanzig...ster Stock, nichts als ein langer Gang, nach Büro...schluß alles tot; die Türen... gehen wieder zu, Weiterfahrt nach oben, ich... schaue herunter an mir. Braune Halb...schuhe, beige Socken, beige auch... der anzug, um nicht zu düster zu er...scheinen; der schmale Grad der Kre...ditwürdig...keit. Beruf werde ich angeben Drama...turg; Drama...tiker klingt irgendwie... krank. Kein anständiger Beruf hat als End...silbe... Tiker!
Vierzig...ster Stock, bin end...lich oben. Trete aus dem Fahr...stuhl, große Stil...le. Diesem Gerede nach auf dem Empfang beim Altprä...sidenten müßte der Geldverleiher hier auch woh...nen. Sehe nur eine einzige, weitge...öffnete Tür; Neugier auf das Antlitz des Gel...des. Und bekäme ich nichts, blieben mir we...nigstens diese Noti...zen, eine kleine Geschichte am En...de - Wie ich mir Geld leihen wollte... um neue Kleidung zu kaufen. Punkt.

2.1

DRAMATIKER
Trete in die offen...stehende Tür, niemand... zu sehen... Setze einen Fuß... über die... Schwel...le.
Blick in ele...gantes... Wohnbüro; rie...sige Fenster, unten das... Bahnhofsvier...tel, Abend...sonne über den Bor...del...len. In dem Raum viele Pflan...zen in Kübeln, außer...dem ein manns...hoher Safe, ein gewal...tiger Schreibtisch und ein Vor...hang wie vor einer klei...nen Bühne.
Hinter dem Geld...schrank jetzt Ge...räu...sche. Was hat das alles zu... bedeu...ten, warum steht die... Tür so... auf?

MARIE
Bist du schon da?

DRAMATIKER
Stimme einer Frau... Du schon da... Offen...bar wird je...mand erwartet; was... nun...

MARIE
Bist du gestorben?

DRAMATIKER
Bin... hinter die Pflan...zen getre...ten, weiß nicht, wa...rum...

MARIE
Ich zähle nur noch rasch das Geld!

DRAMATIKER
Der Geld...verleiher eine Geld...verleihe...rin, wie es scheint. Sie... kommt... her...vor und... schaut. Erster... Eindruck:
Eine Frau von großer gewöhnlicher Schönheit. Li...cher Schön...heit. Um die fünf...zig, aber noch... zum Verlie...ben. Stapelt jetzt Bank...noten auf ihrem Schreib...tisch, ein kleines Vermö...gen, summt dazu Sen...timen...tal Journey und wie ge...fühl...voll... Geld und Ero...
Der Fahrstuhlpiep...ton.
Höre... Schritte.
Zu spät für ei...ne Flucht.
Wa...rum auch.

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Digitale Präsentation der Leseprobe mit freundlicher Erlaubnis des Autors

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