Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


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TORRI DEL BENACO
Im Jahr 1948, nach einem langen Ferienaufenthalt in
Torri del Benaco, behauptete André Gide, niemals zuvor
eine so lange Reihe von wundervollen Tagen genossen zu haben. Der berühmte französische Schriftsteller erinnerte sich daran, daß die Hitze niemals übertrieben gewesen sei und daß die Brise des Sees morgens und abends Frische gebracht habe.
In Torri del Benaco ist das Klima wirklich sehr mild, genauso wie es Gide beschrieben hat. Ein Beweis hierfür ist sicherlich die Vegetation, die typisch "mittelmeerländisch" ist. Hier überwiegt der Olivenbaum, der bis zu den sehr langen Stränden vordringt.
In den üppigen Wäldern, zwischen Steineichen und Sommereichen, blüht der cistus albidus, der ansonsten nur an den Meeresküsten wächst. Einzigartig ist auch der Blickfang, den das Gebiet von Torri del Benaco liefert, wenn man es vom See aus bewundert. Um dieses Schauspiel genießen zu können, genügt es, an Bord
der Fähre zu steigen, die tagtäglich von einem Seeufer zum gegenüberliegenden fährt.
Die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Gassen liegt zwischen dem Schloß der Scallgeri und der eleganten Pfarrkirche. die venetianischen Paläste blicken auf den kleinen Hafen, in dem die Kabinenboote gemeinsam mit den Fischerbooten vor Anker liegen. Hier und dort, zwischen den Olivengärten, befinden
sich jahrhundertalte Weiler und einsame Kirchen.
Diese Atmosphäre sowie die herzliche und ehrliche Vertraulichkeit empfangen den Touristen in den über vierzig Hotels, in den Ferienwohnanlagen und auf den Campingplätzen von Torri und den Fraktionen Pai und Albisano. Pai liegt am See, buchstäblich in einem Meer von Olivenbäumen versunken; das antike Dorf liegt auf einer Höhe. Albisano, im Hügelgelände, ist wie ein
tiefgrüner, frischer Balkon, der zum Blau des Gardasees blickt.
Das Schloß der Scaligeri in Torri del Benaco beherbergt in seinem Inneren ein interessantes Museum der örtlichen Traditionen
(insbesondere der Traditionen des Fischfangs und des Olivenanbaus). Ein Saal ist den prähistorischen Felsengravierungen des Gebietes gewidmet. Besuchen kann man auch das Zitronengewächshaus aus dem achtzehnten Jahrhundert.
Auf den Waldlichtungen (vor allem in den Ortschaften Brancolino und Crer) erheben sich Felsplatten, in die der prähistorische Mensch sonderbare Abbildungen vor viertausend Jahren eingraviert hat. In den Kirchen der "Trinità" (Torri del Benaco) und des
San Gregorio (in Pai) sind die Freskomalereien des vierzehnten Jahrhunderts zu besichtigen.
Viele Möglichkeiten für lange Spaziergänge bieten sich; allesamt verlaufen zwischen den Olivengärten und Wäldern und folgen alten Pfaden, wie zum Beispiel die "Strada dei Castei", der Wanderweg nach Crer, der Weg zwischen den Wäldern von Albisano sowie die Wanderwege, die von Pai nach San Zeno di Montagna aufsteigen.

Quelle: www.garda.com



Bodo Kirchhoff über seine Wahlheimat
"Ich liebe den Beginn der südlichen Weite, nach der allmählichen Abstufung vom Gebirge zu steilen Hängen und länglichen Buckeln, aber noch vor den Hügeln des Weins: wenn die Präzision der Felsen längst verschwunden ist im irritierenden Silberrauch der Oliven, doch schließlich in anderer Gestalt wieder auftaucht, in steilen Zypressen, die zu beiden Seiten des Sees sein Auseinanderdrängen flankieren, dort eine eigene Landschaft aus botanischen Fingern bilden, eine mit fließender Grenze zwischen Hartem und Weichem, zwischen Wachheit und Schlaf, eine schmale, besonders am Westufer ausgeprägte Zone des Übergangs, die von jeher für den Geist ihre Anziehung hatte, ob für Dante, den politisch bedrängten oder Goethe, den Italiensucher, ob für D.H. Lawrence in privater Bedrängnis oder D'Annunzio in seiner Weltflucht. Eine nicht klar umrissene, geradezu schwebende Landschaft von schon gefährlicher Attraktivität, gefährlich durch eine Versammlung von Schönem, die sich im Sommer immer mehr zusammenschließt und am Ende geradezu ballt, in den Nächten des Augusts mit ihren fallenden Sternen, schneller als jeder Wunsch, und einem beunruhigend roten Mond, mit fernem Wetterleuchten, das von Nacht zu Nacht heftiger wird, und großen, seidigen Faltern, todgeweiht wie der Sommer, eine Ballung, die uns wie unter Zwang an ihr Gegenteil denken lässt: an die endgültige Abwesenheit alles Schönen, an unser eigenes Erlöschen."

Aus: Bodo Kirchhoff: Der Sommer nach dem Jahrhundertsommer. Die Erzählungen aus 25 Jahren. FVA 2005. Seite 414-415.


Schreibkurse am Gardasee



DIE KUNST DES ERZÄHLENS - EROS UND SPRACHE
Sommerkurse am Gardasee mit Bodo Kirchhoff und Ulrike Bauer
CASA DEGLI OLIVI, Torri del Benaco

DIE IDEE
Wie können wir heute noch etwas erzählen, ohne in die allgegenwärtige Sprache der Medien zu fallen oder beim Schweigen zu enden?
Wie kann man von sich selbst und anderen reden, ohne die Standardsätze von Elternhaus und Fernsehserien? Wir wollen diese Fragen nicht theoretisch beantworten, sondern durch die Arbeit
an einer Geschichte, die im Laufe des Kurses entsteht: in der Begegnung mit neuen, anregenden Menschen in einer bis in den Schlaf hinein machtvollen Landschaft.



Blick von der Terrasse
Blick von der Terrasse



Bei der Arbeit

Der Sommerkurs am Gardasee (jeweils Anfang
Juni und Anfang September) stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (max. acht) vor drei Aufgaben: Das genaue Erinnern, das genaue Beobachten und ein genaues, auf sich selbst zurückgreifendes, aber auch über sich selbst hinausreichendes Erzählen. Die Arbeit erstreckt
sich über eine Woche, vom frühen Vormittag bis
in den Abend und immer wieder geht es dabei um die Verbindung von ungeordnet Persönlichem mit ordnendem Handwerk, unter Anleitung eines erfahrenen Autors (Bodo Kirchhoff) und einer erfahrenen Supervisorin (Ulrike Bauer); wichtigste Voraussetzungen sind Passion und Neugier.

Der Arbeitsort ist ein Privathaus mit Pool und Seeblick, umgeben von alten Oliven, oberhalb von Torri del Benaco - ein Garten mit seinen verschiedenen Plätzen zum Reden und Schreiben, zum Zuhören und Entspannen. Die Nutzung von hauseigenen Sportmöglichkeiten (Schwimmen, Tischtennis, Mountainbike, Motorboot mit
Wasserski) gehören genauso zum Angebot wie unsere Bibliothek, das Internet und natürlich der Kühlschrank ...



DIE SCHWERPUNKTE
Die Zahl der möglichen Geschichten ist unendlich,
die handwerklichen Mittel des Erzählens sind dagegen überschaubar - die wichtigsten wollen wir in unserem Kurs erarbeiten. Voraussetzung ist keine bestimmte Geschichte, die der Einzelne schon im Kopf hat, sondern die konkrete Situation, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden: als Ausgangspunkt für einen Text, in den später eigene Motive einfließen; denn Ziel der Arbeit ist es auch, dem Lebensthema eines jeden auf die Spur zu kommen, etwas von dessen Kraft in die Geschichten zu bringen.

Neben den Mitteln des Erzählens befassen wir uns aber auch mit dem Zusammenhang von Eros und Sprache und arbeiten an einer glaubhaften Sprache der Liebe, damit ein Text am Ende durch
Genauigkeit überzeugt: mit einfachen Worten anstelle von großen.

Die einzelnen Kurstage, aber auch die ganze Woche verlaufen nach einer bewährten Dramaturgie, die aber durch die Zusammensetzung der Gruppe in einzelnen Punkten variabel ist. Wir treffen uns erstmals zu einem gemeinsamen Abendessen in unserem Garten und sprechen dort bereits über die Schreibaufgaben der Woche - alle Texte, über die wir dann im Detail reden, entstehen während des Kurses.

Jeden Morgen ahben die Teilnehmer Gelegenheit gut eine Stunde in unserem Haus und Garten zu arbeiten. In dieser Zeit finden auf Wunsch Einzelgespräche statt. Danach sitzen wir im Kreis zusammen, an verschiedenen Plätzen - je nach Sonnenstand - und arbeiten sowohl an einzelnen Sätzen wie an den Gesamttexten. Spätestens nach zwei Tagen weiß jeder, was ihm erzählerisch fehlt, und wo er sich hinbewegen könnte. Vertieft wird das noch auf einer langen Bootsfahrt, die später auch Thema sein kann. Alle Arbeit läuft auf einen Lesungsabend in unserem Garten zu: im Anschluss an ein langes Abendessen trägt jeder seine keine Geschichte an einem Tischchen unter zwei Olivenbäumen vor, während der Rest der Gruppe als Publikum gespannt zuhört; Kritik kommt dann erst am nächsten Tag...



Gemeinsames Mittagessen




Die Parlando




Der Kurs im Boot nach einer nächtlichen Lesung
DIE KURSLEITER UND GASTGEBER



Bodo Kirchhoff
geb. 1948, lebt seit 1978 vom Schreiben, mit zahlreichen Veröffentlichungen im Suhrkamp Verlag und in der Frankfurter Verlagsanstalt; um die Liste der Romane, Novellen und Erzählungen, der Theaterstücke und Drehbücher etwas abzukürzen, hier nur einige Leseempfehlungen: Mexikanische Novelle (1984) • Infanta, Roman (1990) • Legenden um den eigenen Körper, Frankfurter Poetikvorlesung (1993) • Die Weihnachtsfrau (1997) • Parlando, Roman (2001) • Mein letzter Film, Monolog (2002) • Wo das Meer beginnt (2004) • Der Sommer nach dem Jahrhundertsommer, Gesammelte Erzählungen (2005) • Die kleine Garbo, Roman (2006).

Wir beide, Ulrike Bauer und ich, haben 1987 am Gardasee geheiratet und leben mit unseren zwei Kindern (Jahrgang 88 und 93) in Frankfurt am Main und in Torri del Benaco. Die oberitalienische Seelandschaft ist für uns zur Wahlheimat geworden, ein Ort, an dem Arbeit und Erholung fast gleichrangig nebeneinander stehen. Beides versuchen wir mit unseren Sommerkursen seit 2003  für andere zugänglich machen. Und einige Sätze unserer Teilnehmer über ihre Woche in Torri erzählen vielleicht mehr als jedes Programm...






Ulrike Bauer
geb. 1952, Studium der Pädagogik/Psychologie/ Soziologie, therapeutische und wissenschaftliche Arbeit, fortwährende Teilnahme in Supervisionsgruppen. Herausgeberin von Prosa- Anthologien: u.a. Der lange Augenblick der Liebe, Suhrkamp Verlag. Lektorin (u.a.) für den »Bettina von Arnim-Preis«


Solllten Sie an einem unserer Kurse teilnehmen wollen, so melden Sie sich bitte telefonisch in Frankfurt unter der Nummer 069 - 62 52 65 oder per Email: Ulrike.Bauer.Kirchhoff@web.de. Wir schicken Ihnen dann gerne unseren ausführlichen Prospekt.

Aktuelle Termine:

Frühjahrskurs in unserer Privatwohnung in Frankfurt

Einen Stoff und einen Erzählton finden

22.03.2015 (So Anreise) - 27.03.2015 (Fr Abreise) (5 Tage)

Sommerkurse am Gardasee 2015

Grundkurs 1
Eine kleine Geschichte entwickeln

20.06.2015 (Sa Anreise) - 26.06.2015 (Fr Abreise)

Grundkurs 2         
Aus dem eigenen Leben erzählen

28.06.2015 (So Anreise) - 04.07.2015 (Sa Abreise)

Grundkurs 3
Von der Liebe erzählen

26.07.2015 (So Anreise) - 01.08.2015 (Sa Abreise)

Aufbaukurs 4
An vorhandenen Texten weiterarbeiten

30.08.2015 (So Anreise) - 05.09.2015 (Sa Abreise)

Grundkurs 5
Aus dem eigenen Leben erzählen

06.09.2015 (So Anreise) - 12.09.2015 (Sa Abreise)

 
Noch zwei Sätze zu den thematischen Grundkursen. Unsere Teilnehmer (wir natürlich auch) haben immer wieder festgestellt, wie schwer es ist, von der Liebe (oder Beziehungen, Ehe usw) zu erzählen, ohne in den Kitsch oder allzu Plakative abzurutschen, das wollen wir in diesem Kurs versuchen; und in dem Grundkurs „Autobiographisches Schreiben“ gehen wir ausführlich auf die Frage ein, wie viel autobiographische Anteile darf eine Geschichte haben und wie kann man den enggesteckten, autobiographischen Rahmen verlassen, wo und wie wird eine Autobiographie zu einem Stück Literatur.

"Das war mehr als als ein Kurs. Das war ein Stück existentielles Erfühlen, Erleben, Erschreiben."

Hanno Huffmann, Köln


"Viel klarer kann man nach einer Woche 'Training' nicht sehen, für diesen kreativen Input und das Gefühl, vielleicht eine gute Geschichte erzählen zu können, vielen Dank."

Peter Pietsch, Wiesbaden


"Man kann sich keine bessere Kursleitung wünschen! Leidenschaft fürs Schreiben, eine Erzählsprache, die berührt und verkrustete Muster aufbricht, hineinfährt ins Klischee, aufzeigt, was Sprache kann, Menschen, die sich einsetzen fürs Schreiben an sich und für den der entstehenden Texte. Und das Schönste: Das Schreiben hört nach dieser Art von Initialzündung nicht auf."

Siliva Reusser, Zürich



"Ich kann allen am Schreiben Interessierten diese Woche wärmstens empfehlen."

Alfred Schaffner, Veltheim





Lesen Sie auch den Aritkel: "Literatur mit Seeblick"
aus ADAC-Reisemagazin "Italienische Seen", März/
April 2007, S. 90-93.

"Ein Haus mit Panoramablick über den See, auf die Berge, warmherzige Gastfreundschaft, kritischer Gedankenausstausch mit neuen Freunden, Gleichgesinnten. Tage voller Harmonie, Inspiration, Lernarbeit (Handwerk!), wirklich gelebtes Leben - unvergesslich und wertvoll."

Siegfried Schönn, Oschatz


"Eine Verjüngungskur für den Geist in der liebevollen Obhut zweier anspruchsvoller Kursleiter."

Inge Lieberberg, Frankfurt


"Konzentrierte Arbeit in einer traumhaften Villa, eine spannende Gruppe, die Schönheit des Gardasee und das Abenteuer des eigenen Schreibens: Ulrike und Bodo Kirchhoff haben uns auf eine aufregende Reise geführt."

Jürgen Biefang, München



K o n t a k t f o r m u l a r




   

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