Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


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R e z e n s i o n e n
zu »Parlando«

Wegfahren, um anzukommen



"Hinab zu den Vätern, genauer: zu einem Vater geht der Weg in Bodo Kirchhoffs Roman. Ein Sohn, Karl Faller, trägt seinem verstorbenen Vater, Kristian Faller, seine Liebe nach. Hartnäckig und verbohrt geht er dabei vor, zwischen hysterischer Identifikation und Aggression schwankend. Halb Ödipus, halb Narziss begibt er sich auf eine Reise zu sich selbst und zugleich auf eine Reise um die halbe Welt. Ein Parzival der besonderen Art, der weder Tod noch Teufel und die Frauen schon gar nicht scheut.

(...) Am Ende dieser Reise voller Verstrickungen, Mord und Totschlag suggeriert Kirchhoff, sein Held habe zu sich gefunden. Doch die existenzielle Selbst-Entfremdung, unter der Karl Faller leidet, lässt sich nicht aufheben. Das Drama des Narziss, der nur sich selbst sehen und lieben konnte, dauert an.

»Parlando« ist eine Höllenritt, ein Roman, den Kirchhoff in Form einer ausschweifenden Erzähloper mit großen Gesten, effektvollen Auftritten und überraschenden Wendungen erzählt. Auf ganz eigene Art: ein starkes Stück."



Claus-Ulrich Bielefeld
in: Financial Times Deutschland, 14.09.2001.




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