Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


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R e z e n s i o n e n
zu »Wo das Meer beginnt«

Hölderlins Heizungskeller
Zarte Gewalt, gewaltige Zärtlichkeit: Neues von Bodo Kirchhoff


(...) Die "Einsamkeit der Haut" ist noch immer Kirchhoffs Thema, aber die Rotlichtbezirke
der Prosa hat er endgültig hinter sich gelassen. Nun muß er nur noch die Koketterie ablegen. Denn was anderes als Koketterie ist es, wenn in gemäßigten Abständen Frankfurter Lokalprominenz ohne jede dramaturgischen Begründung Erwähnung findet, wenn die Oberbürgermeisterin, der ehemalige Kulturdezernent oder eine Nachrichtensprecherin mit ein paar Zeilen gegrüßt werden. Ein Freundschaftsdienst mag es sein, wenn Kirchhoffs enger Freund und Verleger Joachim Unseld auf wenigen Seiten als guter Freund Branzgers beschrieben wird, der mit einer mythischen Vaterfigur ringt und aus dem Unternehmen ausscheidet, das der Erbe schließlich an die Stiefmutter verliert. Die kleine Suhrkamp-Kolportage hat im Roman zwar ihre Funktion als Beispiel einer wunderbaren Männerfreundschaft, aber die Frage bleibt: Was soll's? Man kann darüber aber nicht ohne große Mühen hinweglesen, sondern man tut es auch. Kirchhoff mag in seinem neuen Roman zwar über solche Kieselsteine stolpern, aber wo das Land endet und das Meer beginnt, ist seine Prosa oft von bewundernswerter Sicherheit.


Hubert Spiegel
in: FAZ, 04.09.2004.


Hubert Spiegel in der Sendung kulturzeit: http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/69893/index.html
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