Psycho-Farce im grellen Licht
"(...) Bodo Kirchhoff zielt, so möchte man doch trotz der Psycho-Litanei vermuten, auf die Normalität dieser Kaputtheit - nur macht er seine Figuren so klein, verkürzt ihre Biographien dermaßen, überlädt diese Schablonen so heillos mit tieferer Bedeutung, daß ein Monster-Spiel herauskommt -, der Holzhammer rgiert die Dramaturgie und plättet Reste von realistischer Beobachtung und psychologischem Befund im Rund-um-Schlag weg. Als Kirchhoff, der sich auch mit seiner Novelle 'Ohne Eifer, ohne Zorn' im Literaturbetrieb bekannt gemacht hat, März 1979 mit seinem Erstling 'Das Kind oder Die Vernichtung von Neuseeland' erfolgreich in Saarbrücken debütierte, da hatte er ein großes Thema erwischt. Bei 'Body-Building' ist ihm solche Klammer abhanden gekommen. Vielleicht würde eine Inszenierung wenigstens ein wenig dramatische Ordnung und Perspektive aus dem Stück zerren, das nur Monster und Sprechblasen herunterfetzt. (...)"
Jens Wendland
in: Süddeutsche Zeitung, 23.01.1980.
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