Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


    home  news   werke   biographie   gespräche   sekundärliteratur   newsletter   gästebuch   dank  




[ zurück ]




R e z e n s i o n e n
zu »Der Sandmann«

Reicher Vorrat an lauwarmer Milch

"Es war im Spätherbst 1990, als Bodo Kirchhoff mit seinem Roman 'Infanta' (männliches Model auf den Philippinen liebt Naturkind, und fünf Missionare schreiben mit) etwas Bewegung in die deutsche Literatur brachte, was nicht unbedingt für die deutsche Literatur spricht. Zahlreiche Fototermine, Lesungen und Befragungen lagen hinter ihm, da riskierte auch 'Die Welt' mit dem Frankfurter Schriftsteller ein Interview. 'Wie sehen Ihre Pläne aus?' wurde Kirchhoff gefragt. 'Gehen Sie wieder in die Ferne?' Nein, lautete die Antwort: 'Das nächste Buch soll hier spielen. Ich habe jetzt eine Wirklichkeit geschaffen, die mich wahrhaftig interessiert. Und das hängt mit meinem Kind zusammen. Damit sind ganz neue, lebenswichtige Fragen aufgetaucht, vor denen ich bisher weder als Mensch noch als Schriftsteller stand.'
Ein Versprechen kann man das wohl nicht nennen, eher eine Absichtserklärung, die Kirchhoff bald darauf revidiert haben muß. Denn auch 'Der Sandmann', ein luftig gedrucktes Werk, das in mageren Zeiten gerade noch als Roman durchgehen kann, spielt wieder einmal woanders. Den Grund dafür liefert der Held namens Quint gleich auf der ersten Seite: 'Ich hatte das Glück, einen angenehmen Beruf auszuüben, der mir noch dazu etwas Wohlstand verschaffte, Radiosprecher in Goethes Geburtsstadt; ich hatte auch das Glück einer geräumigen Wohnung, Altbau mit Südbalkon, in günstiger Lage; doch vor allem wurde mir das Glück eines gesunden Sohnes zuteil, auf den, als er noch nicht reden konnte, abends oft eine Abiturientin aufpaßte.' (...)"

Paul Ingendaay
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.1992.




[ zurück ]










   impressum