Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


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R e z e n s i o n e n
zu »Wo das Meer beginnt«

Wo das Meer beginnt

(...) Wie eigentlich alle männlichen Helden Bodo Kirchhoffs hält dieser Branzger sich durchs Sprechen und Erzählen am Leben - und das, wie sich herausstellt, in einem erschreckend wörtlichen Sinn. Erzählen, das ist für ihn wie einen Berg zu versetzen:

"Erst trägt man ihn nach und nach ab und lernt dabei alles kennen, was später in der Geschichte vorkommen soll, dann richtet man ihn unter noch ungleich größerer Mühe anstelle der Wirklichkeit wieder auf. Und das nicht in der Reihenfolge, in der man ihn abgetragen hat (...) sondern nach den Gesetzen der Schönheit; und wenn ich von Schönheit rede, meine ich damit weder, dass es an jeder Stelle gut klingt und dazu noch gut endet, noch dass man alles verstehen muß."

Der Schüler Haberland versteht zunächst auch nicht alles - schon gar nicht, wie er in diesem Arrangement in eine Geschichte hinein gestoßen wird, die gar nicht die seine ist. So könnte es auch dem Leser gehen. Dem literarischen Verführungskünstler Bodo Kirchhoff jedenfalls ist wieder einmal eine betörend vieldeutige Erzählung gelungen: über die Macht des Begehrens, über die einmaligen großen Momente der Liebe und die vielen vergeblichen Versuche der Wiederholung. Und das alles in einer Sprache, die weder vom Jargon der Paartherapeuten korrumpiert ist noch vom unsäglichen Aussprechzwang der Fernseh-Talkshows.


Holger Schlodder
in: NDRkultur, 01.09.2004.



Den vollständigen Artikel finden Sie hier: http://www.ndrkultur.de/ndrkultur_pages_stdep/0,2515,OID531416_REF164,00.htm
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