Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


    home  news   werke   biographie   gespräche   sekundärliteratur   newsletter   gästebuch   dank  




[ zurück ]




R e z e n s i o n e n
zu »Mein letzter Film«

Zeitlos schön, in den Jahren, die verfliegen


"Auf der Bühne ist die Lebensbeichte im stundenlangen Monolog keine Seltenheit - siehe Becketts 'Letztes Band', das sich längst zum Klassiker geadelt weiß. Im Kino dagegen darf ein Solo von neunzig Minuten nach wie vor als unerhörte Kühnheit gelten, die nicht nur den Darsteller herausfordert wie keine andere Rolle, sondern auch vom Regisseurformale Phantasie im Übermaß verlangt. In dieser Hinsicht ist 'Mein letzter Film', geschrieben von Bodo Kirchhoff, inszeniert von Oliver Hirschbiegel und gespielt von Hannelore Elsner, auf beeindruckende Wiese mustergültig.
Hannelore Elsner hat sich Kirchhoffs Text mundgerecht anverwandelt, sie ist ganz und gar Marie - doch Marie steht nicht für Hannelore Elsner. Es mag reizvoll sein, in der fiktiven Biographie Parallelen aufzuspüren zur Vita der Darstellerin, nicht zuletzt befördert durch den Hinweis auf einen jahrelangen Serienauftritt Maries im Fernsehen als 'Pastorin', die mit immer gleichen Standardsituationen und Dialogversatzstücken konfrontiert wurde (tatsächlich hat Hannelore Elsner so eine 'Kommissarin' in ihrem Repertoire). Doch diese Spiegelung ist nicht die primäre Intention des Films. Ihm geht es um die ausgefeilte Studie einer älter gewordenen Frau, die mit sich selbst ins reine zu kommen sucht, indem sie sich Schmerz und Freuden ihres Lebens endlich unverstellt preisgibt. (...)"

Hans-Dieter Seidel
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2002.



[ zurück ]










   impressum