Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
Bodo Kirchhoff :: Schriftsteller


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Schreibkurse 2014 am Gardasee

Der neue Roman "Verlangen und Melancholie"



DIE KUNST DES ERZÄHLENS


Schreibkurse am Gardasee
mit Bodo Kirchhoff und Ulrike Bauer

 

Grundkurs 1
14.06.2014 (Sa Anreise) - 20.06.2014 (Fr Abreise)

Grundkurs 2         
"Aus dem eigenen Leben erzählen" (Autobiographie-Kurs)
22.06.2014 (So Anreise) - 28.06.2014 (Sa Abreise)

Grundkurs 3
"Von der Liebe erzählen" (Liebesgeschichten-Kurs)
07.07.2014 (Mo Anreise) - 13.07.2014 (So Abreise)

Aufbaukurs 4
27.07.2014 (So Anreise) - 02.08.2014 (Sa Abreise)

Aufbaukurs 5
"Von der Liebe erzählen - Eros und Sprache"
31.08.2014 (So Anreise) - 06.09.2014 (Sa Abreise)
BELEGT

Grundkurs 6
"Aus dem eigenen Leben erzählen" (Autobiographie-Kurs)
21.09.2014 (So Anreise) - 27.09.2014 (Sa Abreise)

Die Schreibkurse für 2015 werden im Oktober hier veröffentlicht.

 
Noch zwei Sätze zu den thematischen Grundkursen. Unsere Teilnehmer (wir natürlich auch) haben immer wieder festgestellt, wie schwer es ist, von der Liebe (oder Beziehungen, Ehe usw) zu erzählen, ohne in den Kitsch oder allzu Plakative abzurutschen, das wollen wir in diesem Kurs versuchen; und in dem Grundkurs „Autobiographisches Schreiben“ gehen wir ausführlich auf die Frage ein, wie viel autobiographische Anteile darf eine Geschichte haben und wie kann man den enggesteckten, autobiographischen Rahmen verlassen, wo und wie wird eine Autobiographie zu einem Stück Literatur.

Zwischen sieben und neun Personen in einem Privathaus mit Pool und Seeblick.

Sieben Tage intensive Textarbeit bis in den späten Abend; allmähliches Hinarbeiten auf eine Lesung am Ende des Kurses; gemeinsames Essen im Garten und eine Bootsfahrt zu legendären Orten – und bei all dem ein ständiges Gespräch über das Schreiben, die laufende Einübung in das Erzählen.

Unser Ziel: Die Verbindung von noch ungeordnet Persönlichem mit ordnendem Handwerk und bisher ungenutzten Möglichkeiten, unter Anleitung eines erfahrenen Autors (Bodo Kirchhoff) und einer erfahrenen Supervisorin (Ulrike Bauer)

Wichtigste Voraussetzungen: Passion und Neugier, eine Freude am Schreiben, die auch privat sein kann, z.B. mit einem Tagebuch.

Unsere Teilnehmer sind Menschen, die beruflich oder privat auf Sprache setzen, die sprachliche Auseinandersetzung mit ihrem Leben suchen, sich über Sprache weiterentwickeln wollen.

„Kirchhoff meint es ernst, er will denen wirklich was beibringen! Schau an, Literatur kann man lernen“ (Moritz von Uslar in Der Spiegel über den Erzählkurs)

Wir schicken Ihnen gerne unseren ausführlichen Prospekt; Sie erreichen uns über e-mail: ulrike.bauer.kirchhoff@web.de oder unter der Telefonnr.: 069-625265



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Cover Verlangen und Melancholie
[ Bestellen ]

Hinrich, dem ein »e« zum eleganteren Heinrich fehlt, findet an einem sonnigen Maitag einen Brief mit schwarzem Rand in seinem Briefkasten. Wer mag da gestorben sein? Hinrich wagt nicht, den Umschlag zu öffnen. Seit seine Frau vor neun Jahren bei einem Sturz aus 43 Metern Höhe ums Leben gekommen ist, lebt er allein. Seine Zeit als Kulturkorrespondent bei einer großen Frankfurter Zeitung liegt hinter ihm. Und so gehören seine Tage den Erinnerungen an Irene, der geliebten Mutter seiner Tochter Naomi, der Übersetzerin anspruchsvoller italienischer Literatur. Da gab es die gemeinsamen Sommer in Italien, ihre Reisen nach Rom und Pompeji, wo sie vor den berühmten Fresken der Villa dei Misteri stundenlang stehen bleiben konnten, um deren Bedeutung zu enträtseln. Und da gab es ihre Liebe zum Kino; sie mochten das Schwermütige der Schwarzweißbilder, aber ließen sich auch verführen von etwas Leichtem. Doch was geschah wirklich vor neun Jahren, vor ihrem Sturz? Und was steht in diesem Brief mit dem schwarzen Rand? Aufklärung bringt erst eine Reise nach Warschau, wo Hinrich sowohl das Leben mit Irene als auch die Zeit mit einer früheren Geliebten in einer Weise einholt, die alles auf den Kopf stellt, woran er geglaubt hat. »Verlangen und Melancholie«, der neue große Roman von Bodo Kirchhoff, ist ein mit einer hintergründigen Spannung geladener Roman, der den Leser mitnimmt auf eine Spurensuche, bei der langsam, aber unerbittlich die Aufdeckung des großen »Warum« geschieht und der Held die Wahrheit über den Tod seiner Frau erkennt. Bodo Kirchhoff erzählt dabei auch von einem Älterwerden, ohne dass die Wünsche mitaltern, von einem ewig jungen Verlangen und einer letztlich hilfreichen Melancholie.

LESEPROBE






Foto Alexander Paul Englert
©Alexander Paul Englert

In: MOMENTUM - Dichter in Szenen
Wienand Verlag
ISBN: 978-3-86832-077-0

http://www.englert-fotografie.de





DAS PHILOSOPHISCHE  QUARTETT

Lesungen
Am 19.04.2009 (ZDF, 00:00 Uhr) ist Bodo Kirchhoff Gast im Philosophischen Quartett.
Thema: Verantwortung und Risiko - Die Kunst, es nicht gewesen zu sein
Weiterer Gast:
Beatrice Weder di Mauro, Wirtschaftswissenschaftlerin und "Wirtschaftsweise"

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BUCHTRAILER
Hoffmann & Campe hat einen Spot entwickelt, der im Schattentheaterlook den neuen Roman von Bodo Kirchhoff "Erinnerungen an meinen Porsche" promotet. Der Autor hat den Film selbst besprochen, die Regisseure haben jedes Bild aufwändig illustriert.

http://www.youtube.com/watch?v=a5Mm1-Dd2aQ






Bodo Kirchhoff liest aus Die Liebe in groben Zügen


Siehe bei Frankfurter Verlagsanstalt: www.frankfurter-verlagsanstalt.de/

Bodo und Sophia Kirchhoff
Literatur mit Seeblick

"Typisch deutsch" Interview  mit Bodo Kirchhoff
Schreibwerkzeug

Zweimal im Jahr öffnet der Schriftsteller Bodo Kirchhoff sein Haus am Gardasee für ein Erzählseminar. Ausgangspunkt aller Geschichten: der Lago.

in: ADAC-Reisemagazin "Italienische Seen"

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Deutsche Welle - typisch deutsch

http://www.youtube.com/watch?v=M0QB3DvCrxw#!

Bodo Kirchhoff ist einer der großen Erzähler Deutschlands. Sein letzter Roman, „Die Liebe in groben Zügen", war für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Nebenbei arbeitet der Vielschreiber auch als Drehbuchautor und war Moderator einer Literatursendung. Bei „Typisch deutsch" spricht der 64-Jährige über seine Italienliebe und andere typisch deutsche Sehnsüchte.
DEUTSCHE WELLE
Joachim Unseld kritisiert: Longlist-Auswahl zeigt "provinzielle Oberlehrerhaftigkeit ohne literarische Weitsicht"

Bodo Kirchhoff - Ein Interview
Joachim Unseld: "Provinzielle Oberlehrerhaftigkeit ohne literarische Weitsicht"

Foto von Joachim Unseld
©Laura J Gerlach/www.laurajphotography.de

Die Auswahl der Longlist-Titel für den diesjährigen Deutschen Buchpreis wird heftiger als in früheren Jahren kritisiert - insbesondere wegen des Fehlens zweier wichtiger Herbsttitel aus einem Independent Verlag.Für  Joachim Unseld, den Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt (Foto), zeige die diesjährige Longlist "eine Großverlagen verpflichtete provinzielle Oberlehrerhaftigkeit ohne literarische Weitsicht".
Denn: Wie er heute registriert, fehlen mit »Verlangen und Melancholie« von Bodo Kirchhoff und »Das achte Leben (Für Brilka)« von Nino Haratischwili allein aus seinem Verlag "zwei wichtige Titel dieses Herbstes", was auch der FAZ und der WELT aufgefallen ist. (Andreas Platthaus schreibt z. B. in der FAZ, die Jury habe auf ihrer Liste den »besten Titel des kommenden Herbstes« nicht berücksichtigt.. Und die WELT schreibt: "diese Longlist ist ein schlechter Witz."

Wir haben mit Joachim Unseld gesprochen:
Sie haben sich heute mir einem Mailing an den Buchhandel öffentlich gegen gegen die Longlist-Auswahl gewandt.

Nein nicht gegen, sondern wir haben den Handel lediglich darauf hingewiesen, dass zwei der wichtigsten deutschen Herbsttitel nicht auf der Longlist stehen, die dort hätten stehen müssen, wenn der Anspruch des Preises, die wichtigsten deutschsprachigen Titel eines Jahrgangs herauszufiltern, weiterhin Bestand haben soll. Die Reaktion der Feuilletons ist eindeutig. Die WELT z.B. bezeichnet die Liste daher auch als "schlechter Witz", die TAZ als "Quatsch", eben auch weil die neuen großen Romane Nino Haratischwilis und Bodo Kirchhoffs nicht mit dabei sind, die bereits jetzt -ich zitiere nochmals die Presse: als "Schwergewichte des Herbstes" gelten. Das lässt schon auf eine gewisse Banausenhaftigkeit der Jury schließen.

Harte Worte...

Der Literaturchef der FAZ moniert sogar, dass mit Nino Haratischwilis "Das achte Leben(Für Brilka) der -ich zitiere- "beste deutschsprachige Roman des Herbstes" fehlt. Das sind wenn nicht harte, so doch deutliche Worte.

Halten Sie nur diese Auswahl für falsch oder gilt dies dem Auswahlverfahren....

Nein, das Verfahren halte ich für praktikabel. Das hat sich in der Vergangenheit durchaus bewährt. Es wird wohl eher an der diesjährigen Zusammensetzung der Jury liegen, die in der Presse auch schon als "hilflos" beschrieben wird und der ich eine gewisse Lesemüdigkeit unterstelle. Nino Haratischwilis 1280 Seiten umfassender Roman wurde wohl nicht mehr gelesen.

Aber wir sind uns einig: Die Branche ist froh, einen solchen Preis zu haben...

... Ja, im kommerziellen Sinn ist es der wichtigste Buchpreis, den wir haben - und den sollten wir nicht durch hilflose Listen beschädigen. Natürlich ist man froh, wenn man auf die Liste steht, das erleichtert die Vertriebsarbeit eminent. Wenn aber ein kleiner Independent-Verlag mit gleich zwei weit aus dem Mittelmaß herausragenden deutschen Romanen nicht nominiert wird, dann kann das durchaus auch die Titel beschädigen. Dagegen muss man energisch was tun.

Dass die Presse so unisono das auch so sieht, hat es noch nie gegeben.

Das hat aber einen guten Grund: Beide Titel sind nicht nur hochqualitativ und lesenswert, sondern haben beide ein hohes Verkaufspotenzial. Das war auch mein Anliegen , denn das darf der listengläubige Teil des Buchhandels jetzt nicht verschlafen. .

Sie trösten sich, dass Sie mit Ihrer Kritik an der Auswahl nicht allein stehen?

Es ist doch mehr als auffallend, dass bislang alle Feuilletons auf das "skandalöse" Fehlen beider Titel, also sowohl Kirchhoffs als auch Haratischwilis hinweisen. Das ist kein Trost, sondern eine klare Ansage und Nachricht an den Buchhandel und die Leser, sich nicht blind der Liste anzuschliessen. Ich hoffe, es gelingt mir als kleinem "Independent" Verlag, auch den Buchhandel zu begeistern.

Mit welchen Argumenten?

Kirchhoffs Roman "Verlangen und Melancholie" ist sein bislang bestes Buch. Von Ninos Buch bin ich begeistert, wie seit langem nicht mehr von einem Roman. Es schreiben uns lesende Buchhändlerinnen, die diese unbedingte Begeisterung für "Das achte Leben (Für Brilka) teilen. Und wie heisst es in der FAZ über "Das achte Leben (Für Brilka): "dem vom Umfang und Anspruch einzig mit dem Turm von Tellkamp vergleichbaren Projekt der neueren deutschen Literatur". Diesen Titel hatte eine frühere Jury jedenfalls als preiswürdig identifizieren können.

Ihr Fazit jetzt?

Ich halte es mit Lars Gustafsson: "Wir geben nicht auf. Wir fangen nochmal an."

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz
14.08.2014 14:24, BuchMarkt.de

Michael Schubert im Gespräch mit Bodo Kirchhoff.


MS: In mehreren Interviews sagen Sie: "Schreiben ist Handwerk plus eigener Abgrund".
(Desernos Regel vier in "Erinnerungen an meinen Porsche" lautet: Schreiben ist Handwerk plus eigener Sumpf, das eine ohne das andere ist nichts. S. 49) Von Friedrich Nietzsche
gibt es den Satz: "Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
Wie müssen wir uns Ihren Abgrund vorstellen und macht ihn dieser manchmal Angst?

BK: "Wenn ich eine solche Frage wie die nach meinem Abgrund beantworten wollte, würde ich keine Romane schreiben; mein Werk ist in seiner Gesamtheit eine Antwort darauf. Und dass eine Antwort etwas mit Sexualität zu tun hat, liegt auf der Hand."

Bodo Kirchhoff mit Hund
©Laura J Gerlach/www.laurajphotography.de

MS: In "Erinnerungen an meinem Porsche" stellen Sie zehn Regeln auf zum Schreiben:
Regel Nummer eins: Wer ein Buch schreiben will, muss Zeit und Geld haben und wenigstens einen guten Grund. (7)
[...] nur sollte sich einer, der's ernst meint, nicht gleich bei allen beliebt machen wollen: Regel Nummer zwei für mein Gefühl. (8)
Regel Nummer drei: Schreiben heißt sich erinnern, ohne Rücksicht auf Verluste (also das Gegenteil von hedging); wer von sich erzählen will und zugleich ein guter Mensch sein möchte, wird nie ein gutes Buch zustande bringen, Punkt. (23)
[...] das Buch über meine Leben [...], logisch aufgebaut und verständlich geschrieben, aber aus den Eiern heraus, wenn ich das so sagen darf, unter Einbeziehung des Porschewracks und damit frei nah Desernos Regel vier: Schreiben ist Handwerk plus eigener Sumpf, das eine ohne das andere ist nichts. (49)
Demm mir Figuren, die man kennt und mag, ergeben eine gute Geschichte; die beste Story dagegen bringt keine guten Figuren hervor, solche aus Fleisch und Blut, essend, scheißend, liebend: Regeln Nummer fünf und sechs, würde ich sagen. (111)
Regel Nummer sieben: Es gibt kein keuches Schreiben, außer man ist heilig, und dann hätte man es immer noch mit der Sehnsucht zu tun. Schreiben ist immer auch Sex, und Sex, wenn man ihn ernst nimmt, erfordert Mut: ohne Mut kein gutes Schreiben. (144)
Regel Nummer acht [...]: Sprache ist ein Instrument wie Klavier oder Geige; beim Schreiben zählt nicht der Stil, es zählt nur der Ton. (167f.)
Zeitnah erzähen und dabei zeitlos sein [...] (als Nummer neun) (198).
Regel Nummer zehn: Für alle Schreibregeln gilt auch das Gegenteil, wenn das Ergebnis reinhaut. (220)
Kommen wir zu "Schreiben ist Handwerk". Sie geben seit nunmehr zehn Jahren Schreibseminare in Ihrem Haus am Gardasee.
Geben Sie die zehn Regeln in Ihren Schreibseminaren weiter und inwieweit geben Sie den Teilnehmern Einblick in Ihr Schreiben?


BK: "Meine Frau und ich geben in unseren Schreibseminaren keine Regeln im Sinne von Schreibanweisungen wieder, unsere kritische Beurteilung von Texten orientiert sich allerdings auch an solchen Regeln, wobei sie in mir selbst nicht als Regeln wirksam sind, sondern als leidvolle Erfahrung mit dem Schreiben. Das führt zu meiner nächsten Antwort: ja ich gebe während der Seminare Einblicke in meine Arbeit, in die Zufälligkeiten bei der Entstehung eines Buches und in die wachsende Strukturierung
eines Werks, in das Mühsame der Detailarbeit und auch die gelegentlichen Freuden, wenn etwas gelingt – vor allem aber in die notwendige und oft schmerzliche Erinnerungsleistung, um einen Text mit Wahrheit zu erfüllen."



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Sophia Kirchhoff: Ein Interview

Claudius Kirchhoff:- Ein Interview
1. Vor sehr langer Zeit habe ich einen SPIEGEL-Artikel gelesen, ich glaube, es war der Artikel von Ariane Barth. Sie schrieb,
dass Ihre Mutter sich wie eine alleinerziehende Mutter fühlte. Wie sind Sie damit klargekommen, dass der Vater nicht anwesend war oder nur sporadisch, am Abend, wenn er zu Besuch kam. Ein paar Stunden. Hat Ihnen der Vater gefehlt?

Es stimmt, dass meine Mutter die meiste Zeit in unserer Kindheit sozusagen alleinerziehend war. Ich selber habe das früher trotzdem nie so gesehen, da es bei Freuden meist nicht anders war, dass der Vater erst abends Zuhause war. Trotzdem gab es bei uns natürlich noch den Unterschied, dass mein Vater wirklich nur "zu Besuch" kam, da er auch in seiner Arbeitswohnung schläft. Da ich und mein Bruder es aber so von kleinauf gewohnt waren, haber ich das selbst nie in Frage gestellt. Schwierig ist es dann eher anderen zu erklären, wieso mein Vater eine eigene Wohnung hat. Ich bin mir auch nicht immer sicher, ob Leute die mich nicht gut kennen, es dann tatsächlich verstehen, wenn ich es erkläre.
Anders war es zum Beispiel, als mein Vater früher viel und dann auch immer lange am Stück auf Lesereise war. Ich war noch nicht in dem Alter, um zu verstehen, wieso er so lange weg ist. Das waren dann die Momente in denen er gefehlt hat. Meine Mutter hat es aber immer geschafft diese zeitweisen Lücken, in denen er nicht da war, zu füllen.

2. Wie war es in der Schule? Haben die Deutschlehrer höhere Ansprüche gestellt, weil Sie wussten, dass Sie einen berühmten Schriftsteller zum Vater haben?

Ich hatte einen Deutschlehrer in meiner Schulzeit, der über Jahre mein Klassenlehrer war und auch später in der Oberstufe meinen Deutsch Leistungskurs unterrichtet hat und zudem mein Tutor war. Er kannte meinen Vater, sie haben sich auch persönlich kennen gelernt und mein Vater, wie auch ich schätzt(e) ihn sehr. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass mein Lehrer an mich andere Ansprüche stellte als an meine Klassenkameraden. Er hat sich nie davon beeinflussen lassen, worüber ich auch über all die Jahre sehr froh war.
 
3. Wie ist es in den persönlichen Kontakten gelaufen? Waren die Freunde/Freundinnen im Umfeld so beeindruckt, dass es zu einer Belastung geworden ist? Ich sehe an Ihrer E-Mail-Anschrift, dass Sie den Nachnamen vernachlässigen. Ist es eine Belastung?

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1. Vor sehr langer Zeit habe ich einen SPIEGEL-Artikel gelesen, ich glaube, es war der Artikel von Ariane Barth. Sie schrieb, dass Ihre Mutter sich wie eine alleinerziehende Mutter fühlte. Wie sind Sie damit klargekommen, dass der Vater nicht anwesend war oder nur sporadisch, am Abend, wenn er zu Besuch kam. Ein paar Stunden. Hat Ihnen der Vater gefehlt?

 

Ich denke nicht, dass ich meinen Vater weniger gesehen oder erlebt habe wie andere Kinder von Eltern die fordernden Berufen nachgehen. Der Chef von meinem letzten Praktikum hat öfters gesagt, er müsse mal wieder nach Hause, damit seine Familie noch weiß wie er aussieht. So war das bei uns nie. Ich denke eher, die Aussage bezieht sich darauf, dass mein Vater bei unserer Erziehung selbst weniger eingegriffen hat und das viele tagtägliche Aufgaben an meiner Mutter hängengeblieben sind. Hinzu kommt, dass wir während unserer Schulzeit zumeist die gesamten Sommerferien in unserem Ferienhaus in Italien verbracht haben. Da gab es dann viel Zeit Dinge wie Fußballspielen (bzw. Tennis- oder Tischtennismatches die es bei meinem Vater und mir eher waren) nachzuholen und die Zeit dort war immer sehr intensiv.

 

2. Wie war es in der Schule? Haben die Deutschlehrer höhere Ansprüche gestellt, weil Sie wussten, dass Sie einen berühmten Schriftsteller zum Vater haben?

 

Sollte es so gewesen sein, ist es mir zumindest nicht wirklich aufgefallen. Deutsch war tatsächlich eines der Fächer, welches mir weniger gelegen hat – insbesondere die Rechtschreibung,  die im Deutschunterricht immer noch eine wichtige Rolle einnimmt. Auch von meinen Abiturprüfungen war meine mündliche Prüfung in Deutsch am Ende mein schlechtestes Fach. Das Thema romantische Gedichte wollte sich mir einfach nicht erschließen. Ansonsten war es wahrscheinlich eher hilfreich, dass mein Vater beispielsweise einmal bei uns an der Schule gelesen hat, nicht unbedingt bei der Notenvergabe, aber bei anderen Dingen. Bei der Kurswahl in der Oberstufe zum Beispiel hatte ich das Gefühl, dass ich zumindest selten zu denjenigen gehört habe die nie Ihre erste Wahl bekommen haben. Das kann natürlich aber auch einfach nur Glück gewesen sein.

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