Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
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Der Internationale Flughafen der philippinischen Hauptstadt. Der Flug nach Deutschland verzögert sich. Die Passagiere, erfüllt von ihren Reiseerlebnissen, kommen ins Erzählen. Und alles, was sie fern der Heimat erlebt haben, ist nichts gegen das, was ihre Geschichten in Gang setzen: Das Restaurant wird zur Bühne, die Toilette zum Ort der letzten Geheimnisse, und der Wartebereich verwandelt sich in eine Opernarena für den »Chor der Gefangenen von Manila«.











































P u b l i k a t i o n e n

Manila



Manila

Ein Filmbuch
zusammen mit Romuald Karmakar

1. Auflage 2000
Suhrkamp Verlag
Frankfurt am Main 2000
143 Seiten
ISBN 3-518-39660-9

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Leseprobe

MANILA

Drehbuch (Oktober 1998)

Einführung

Die Filmhandlung spielt in der Gegenwart, an einem Januartag.

Bis auf die Schlußsequenz ist der Spielort der weihnachtlich geschmückte Flughafen von Manila -

- der Wartebereich am Gate
- die Bar mit Theke und Tischen
- die Telefone
- das Restaurant
- der Toilettenbereich


Personen

HERBERT und RUDI, Cousins aus Neustadt
(Manfred Zapatka und Jürgen Vogel)

ELISABETH, eine Journalistin aus Amerika
(Elizabeth McGovern)

HERR und FRAU GÖRLER, ein Rentnerpaar aus Apolda
(Peter Ruhring und Margit Carstensen)

WALTER und MARIBEL, ein deutsch-philippinisches Ehepaar aus Manila
(Michael Degen und Chin-Chin Gutierrez)

CORA, eine Frisöse aus Cebu-City
(Ana Capri)

FRANZ, ein Frührentner aus Mannheim
(Martin Semmelrogge)

MERCY, eine Toilettenfrau aus Manila
(Ces Quesada)

HERR OSTERFELD und KERSTIN, Angestellte einer deutschen Airline
(Sky du Mont und Nina Heimlich)

DER SCHAUSPIELER
(Eddi Arent)

DER ANONYME PASSAGIER
(Herbert Feuerstein)

DER MANN IN KURZEN HOSEN
(Jochen Nickel)

PASSAGIERE
EINHEIMISCHES SERVICE-PERSONAL


1. Wartebereich - Abend.

Herr und Frau Görler, in beiger Sommerkleidung, mit Laufschuhen der Marke Mephisto, an ihrem Platz in einer Sitzreihe. Vor ihnen liegt ihr ausgeräumtes Handgepäck.
Knut Görler hält zwei San-Miguel-Bierflaschen in den Händen, weiß nicht, wohin damit. Regine Görler wühlt in einem Kulturbeutel, sucht offenbar etwas.

FRAU GÖRLER (zu sich)
Wenn es hier nicht is, is es nirgend ...

Sie richtet sich resigniert auf.

FRAU GÖRLER
Nichts!

Sie blickt ihren Mann an, der noch die Flaschen in den Händen hält.

FRAU GÖRLER (zu Herrn Görler)
Stell doch wenigstens mal diese Dinger ab!

HERR GÖRLER
Dann sag mir doch bitte mal wohin!

Herr Görler sucht wieder nach einer Ablage für die Becher. Frau Görler wühlt noch einmal im Kulturbeutel.

FRAU GÖRLER
Irgendwo hatten wir doch unsern Fünfziger ...
HERR GÖRLER
Es ist immer das gleiche: Erst versteckste irgendwo die Reserve - und wenn's drauf ankommt, findest de se nich mehr ... 'n ganzes Vermögen is so schon draufgegangen!

Herr Görler wendet sich ab, ringt nach Luft.
Frau Görler blickt zu ihrem Mann.

FRAU GÖRLER
Was hast'n, Knut?

Herr Görler atmet schwer.

FRAU GÖRLER
Geht's schon wieder los?
HERR GÖRLER
Gar nichts geht los - ich bin topfit.
HERR GÖRLER
Vergiß den Fuffziger, stell die Tasche weg (reicht ihr die Flasche), ich besorg uns später noch'n Gratisdrink.

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Digitale Präsentation der Leseprobe mit freundlicher Erlaubnis des Autors

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