Bodo Kirchhoff (Foto: Alexander Beck)
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G e s p r ä c h e
Günter Kaindlstorfer: Bodo Kirchhoff, warum sind Sie so kalt?

Bodo Kirchhoff, warum sind Sie so kalt?



G.K.: Bodo Kirchhoff, vor ein paar Tagen habe ich Ihren Roman "Der Sandmann" gelesen, und ich hatte einen eher zwiespältigen Eindruck. Das Buch wirkt ziemlich steril ...

B.K.: Das ist der größte Unfug aller Zeiten, was Sie da sagen. Ich kenne diese Kritik natürlich, Sie sind ja nicht der einzige, der das behauptet. Aber gerade mein letztes Buch zeigt ganz deutlich, meine ich, daß dieser Vorwurf nicht zutrifft. Er trifft ganz einfach nicht zu. Es ist nur die Frage, ob Sie bereit sind, sich auf meine Bücher einzulassen.

G.K.: "Die Zeit" hat "Infanta" vor zwei Jahren "den totalen Plastikroman" genannt.

B.K.: Wer eine andere Art von Literatur bevorzugt, der soll die lesen und meinetwegen auch rezensieren, aber im Prinzip geht diese Art von Kritik an meinen Büchern völlig vorbei. Wissen Sie, ich habe Kontakt mit unzähligen Lesern, ich unternehme ausgedehnte Lesereisen, ich suche den Kontakt zu meinem Publikum, und jeder, der meine Bücher unbefangen gelesen hat, wird Ihnen genau das Gegenteil bestätigen, aber wirklich genau das Gegenteil.

G.K.: Sind Sie ein kalter Mensch?

B.K.: Ich verstehe nicht.

G.K.: Was? Meine Frage?

B.K.: Ja, nein. Wie soll ich ... Also, ich muß mich erst einmal auf die Frage einstellen. Das ist natürlich völliger Unsinn. Ich habe mich immer nach Liebe gesehnt. Ich war immer ein Liebesucher, und das hat sich in meinen Büchern niedergeschlagen.

G.K.: In welchen konkret?

B.K.: In allen meinen Büchern. In den früheren wie auch in den beiden letzten.

(...)

Günter Kaindlstorfer
in: Die Presse. 14.11.1992












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