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P u b l i k a t i o n e n
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Alida Valli
in Freddy Langer (Hg.)
Frauen, die wir liebten
Filmdiven und ihre heimlichen Verehrer
Elisabeth Sandmann Verlag
München 2008
S. 58/59
ISBN 978-3-938045-32-9
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Alida Valli

Zwischen Verzweiflung und Euphorie: Szenenporträt aus dem Luchino-Visconti-Film
»Senso – Sehnsucht«, 1954. Cinetext Bildarchiv
Und eines Abends, nach einem Streit, hat er diesen alten Film eingelegt, "Senso" von Visconti, eine DVD aus England, ein paar Tage vorher bestellt, als hätte er alles geplant, damit sie endlich, nach zwanzig Ehejahren, sein Ideal von einer Frau kennenlerne, die Heldin in "Senso", die Rache an ihrem treulosen Liebhaber nimmt und darüber den Verstand verliert, Livia Serpieri oder deren Darstellerin, für ihn offenbar ein und dasselbe. Schau sie dir an, sagt er und meint Alida Valli - die kaum einer mehr kennt oder die wenigsten mit "Der dritte Mann" in Verbindung bringen - und löscht sogar das Licht im Schlafzimmer, als säßen sie nicht im Bett, sondern im Kino, und dann erweist es sich auch, für ihn viel mehr als sie, als eine Sache der Augen, denn die Filmsprache ist Italienisch; im Grunde will er gar nichts verstehen, er will nur das Gesicht dieser Frau oder will einfach lieben, wie die Heldin ihren feigen Offizier, sich verlieren in einer Oberfläche, die im Kino Leinwand heißt. Schau sie dir an, sagt er wieder und meint eine Frau, die noch jung ist, im Film wie im Leben, Mitte zwanzig, aber schon etwas ganz Erwachsenes hat, mit einer steilen Falte zwischen den grünblauen Augen und Lippen, die weder voll sind noch schmal, die genau dazwischen liegen, wie sich der ganze Typ Valli/Serpieri zwischen Hell und Dunkel bewegt, zwischen Euphorie und Verzweiflung, als sei diese Rolle für sie entworfen worden, oder sie hätte von Kindheit an darauf hingearbeitet, eines Tages die tragische Heldin aus der Novelle "Senso", geschrieben im Jahre 1883 von einem Mann, im Jahre 1953 zu spielen. In einem Frankfurter Filmkunstkino habe er, als Student, Alida Valli zum ersten Mal als liebend rasende Contessa gesehen, ohne die Vorlage zu kennen, und sie sei für ihn in diesen zwei Stunden zum Inbild für die Frau geworden, die er immer noch suche, schrecklich in ihrer Leidenschaft und Schönheit, Traum und Albtraum zugleich.
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Digitale Präsentation der Leseprobe mit freundlicher Erlaubnis des Autors und des Verlages
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