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MERCY
Ich kannte ihn auch.
BRAUSEN (zu Ingrid)
Siehst du - das ist Erfolg: Wenn eine Botschaft um die Welt geht. Peter Matzek.
INGRID (zu Mercy)
Der wird nur langsam alt ... Wie Erik. Gewöhnlich nimmt ein Glied im Mund ja keinen guten Ausgang.
MERCY
Ich will nichts von Ihrem Mann.
INGRID
Nicht mal Geld ...
MERCY (erstaunt)
Er sagte:
Ich bekäme es noch.
Aldo kommt mit einer Kaffeekanne herein, stellt sie ab.
INGRID
Aha! - Haben Sie das gehört Aldo?
I h r e Frau wird von m e i n e n Mann bezahlt.
Für einen Mundverkehr.
Einen Augenblick Stille. Dann stürzt Aldo zu Brausen und stößt dabei den Wassereimer um - die Schleie zappelt auf dem überschwemmten Boden: Ingrid stößt spitze Schreie aus; Mercy versucht, den Fisch zu fangen. Aldo steht dicht vor Brausen, muß alle Kraft aufbieten, ihn nicht zu schlagen.
BRAUSEN (zu Aldo)
Und? Ich warte.
INGRID (zu Aldo, während Mercy den Fisch packt)
Er sucht noch seinen Täter - also tun Sie ihm den Gefallen.
BRAUSEN (zu Aldo)
Oder glauben Sie, i c h hätte mehr Motive?
ALDO (leise)
Drecksau.
MERCY (zu Aldo, mit den Fisch in den Händen)
Behave.
(zu Brausen)
Er ist krank.
ALDO (stürzt zu Mercy, reißt ihr den Fisch weg)
Ich bin nicht krank!
(wirft die Schleie auf den Tisch)
INGRID
Und jetzt?
Aldo schaut zu Brausen, schaut zu dem Fisch - und setzt sich dann an seinen Platz; Mercy will ihren Fisch holen.
ALDO (zu Mercy)
Bleib, wo du bist.
Oder ich schreibe De Castro. Ich sage ihm alles.
(zu Ingrid, zu Brausen)
Bischof De Castro hat uns getraut.
BRAUSEN (setzt sich)
Ich glaube, das erzählten Sie schon.
INGRID (als der Fisch mit dem Schwanz schlägt)
Soll er hier ersticken?
BRAUSEN (zu Ingrid)
Das ist Aldos Wille.
Setz dich.
(nachdem Ingrid sich gesetzt hat)
Ich habe gehofft, daß er es würde.
(zu Aldo)
Mich können Sie nicht töten - also lassen Sie diesen Fisch verrecken.
MERCY (zu Aldo, auf den Fisch deutend)
Don't do it.
INGRID (zu Mercy)
Setzen Sie sich doch zu uns.
(auf Mercy Kopfschütteln hin)
Es gibt noch soviel zu sagen ...
(zu Brausen)
Wirst du sie wiedersehen?
BRAUSEN
Vielleicht ...
INGRID
Das war nicht ausgemacht.
(lacht bitter - sieht zu Aldo)
Aber es war auch nicht ausgemacht ...
daß Aldo und ich ein Kind zeugen. Einen Jungen.
BRAUSEN (zu Aldo)
Hat Sie Ihnen von Kammlander erzählt?
(auf ein schwaches Nicken von Aldo hin)
Er ist ihr Analytiker.
INGRID
Er w a r mein Analytiker.
Jetzt ist er mein Liebhaber.
BRAUSEN (zu Aldo)
Unsinn - Kammlander ist ein Greis.
INGRID
Er ist ein Weiser.
BRAUSEN
Mit weißem Pferdeschwanz.
INGRID
Immerhin.
(zu Aldo)
Ich lerne bei ihm, vornehm zu altern.
(ißt einen Happen Zabaione)
BRAUSEN
D u wirst nicht vornehm altern. Keiner von uns. Wir werden auf der Intensivstation liegen, mit unserem Krebs und einem Walkman, und die Beatles hören - I want to hold your hand. Und dabei abkratzen, meine Gute. Wie dieser Fisch!
INGRID (zu Mercy)
Ihre Zabaione ist ein Gedicht.
(zu Brausen)
Aldo und ich haben herrlich gezeugt.
BRAUSEN
Du bist also schwanger.
Auf deine alten Tage.
INGRID
Seit einer halben Stunde, ja.
BRAUSEN (zu Aldo)
Würden Sie dem zustimmen?.
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Digitale Präsentation des Stückes mit freundlicher Erlaubnis des Autors
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